L Ü B B E N   ( S P R E E W A L D )     -    S T A A T L I C H     A N E R K A N N T E R    E R H O L U N G S O R T

Das Biosphärenreservat Spreewald im Kurzportrait

Das Biosphärenreservat Spreewald erstreckt sich rund 100 km südöstlich von Berlin entlang des Mittellaufs der Spree. Nach der Weichsel-Eiszeit hat sich die Spree hier in eine Vielzahl fein verzweigter Wasserläufe geteilt, die sich - der Name Spreewald weist darauf hin - einst durch dichtes Waldgebiet schlängelten.

Heute durchzieht das 1550 Kilometer umfassende Fließsystem eine vom Menschen dem Urwald abgerungene, naturnahe und in Mitteleuropa einzigartige Auenlandschaft mit kleinflächigen Wiesen, Feldern und Wäldern.

Nicht nur das macht das Besondere des Spreewaldes aus. Denn diese Landschaft ist auch Lebensraum einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier lebt manche Art, die andernorts längst nicht mehr zu finden ist. So hält der Spreewald für den aufmerksamen Beobachter Erlebnisse bereit, wie sie selten geworden sind in unseren Tagen. Leuchtend gelb blühen im Frühling auf den Wiesen Sumpfdotterblumen und Hahnenfuss. Bekassine und Kiebitz brüten und Rotbauchunke, Moor-oder Grasfrosch lassen lautstark ihr Konzert ertönen. Zum Sommer gehören das Gaukeln vielfarbig schimmernder Libellen an den Fließen, die Ringelnatter, die davon schlängelt, und die bunte Farbenpracht der Spreewaldwiesen. Man sieht Mäusebussard und Rotmilan kreisen, Weißstörche oder Kraniche ihr Futter suchen. Im Herbst und Winter schließlich beobachtet man Wasservögel in großer Zahl, die hier auf der Reise nach Süden eine Rast einlegen, oder Seeadler auf ihrer Suche nach Beute.

Alles in allem sind im Spreewald rund 6000 Tier- und Pflanzenarten heimisch. Darunter europaweit ausdrücklich geschützte wie die Rotbauchunke, die Grüne Mosaikjungfer, dies ist eine Libellenart, der Eremit, ein äußerst seltener Käfer, sechs Fledermausarten und der Fischotter. Der scheue Wassermarder hat hier eines seiner letzten natürlichen Reproduktionsgebiete in Europa, denn die Spreewaldfließe bieten ihm ideale Lebensbedingungen: Verstecke, Rastplätze, ein reiches Nahrungsangebot. Obwohl nur mit ganz viel Glück zu entdecken, ist er nahezu im gesamten Gewässernetz zu Hause.

Um diese besondere Landschaft zu schützen und gleichzeitig zukunftsfähig zu entwickeln, wurde 1990 das rund 480 Quadratkilometer große Biosphärenreservat Spreewald gegründet. Als UNESCO-Biosphärenreservat steht es seit 1991 in einer Reihe mit weltweit bekannten Landschaften wie Yellowstone, der Serengeti oder dem Donaudelta.

Damit der Spreewald sein Gesicht und seinen Artenreichtum bewahrt, setzt das Biosphärenreservat besonders auf die nachhaltige Entwicklung der Region und eine naturschonende Landnutzung. So geht es z.B. darum, die feuchten Wiesen des Spreewaldes zu bewahren, die ca. ein Drittel der Schutzgebietsfläche einnehmen und die Landschaft wesentlich prägen. Für die Förderung der extensiven Grünlandbewirt¬schaftung wird deshalb ein großer Teil der jährlichen Vertragsnaturschutzmittel ausgereicht. Darüber hinaus streben Biosphärenreservat und Landwirte zunehmend den Einsatz modernster umweltschonender Technik an.

Gleichzeitig muss aber auch die traditionelle Bewirtschaftung der kleinen, oft nur mit dem Kahn erreichbaren Wiesen oder Gemüsefelder erhalten werden. Denn so urwüchsig die in Mitteleuropa einmalige Landschaft auch wirken mag, ohne die harte Arbeit vieler Bauerngenerationen gäbe es diese naturnahe Kulturlandschaft nicht. Und nur durch Nutzung kann sie also auch erhalten werden.

Deshalb haben engagierte Spreewälder im Jahr 2006 die Initiative zur Gründung einer „Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald“ ergriffen. Hauptzweck der Stiftung ist es, die traditionelle, naturnahe Bewirtschaftung des Spreewaldes auch in Zukunft zu sichern – als Natur- und Kulturerbe  für die Allgemeinheit. 

Der Reiz der parkartigen Landschaft zieht Jahr für Jahr mehr als vier Millionen Menschen in den Spreewald. Das macht ihn zur bedeutendsten Brandenburger Reise-Region, erhöht aber gleich¬zeitig die Verantwortung für die Entwicklung eines von Nachhaltigkeit geprägten, naturschonen¬den und naturbewussten Tourismus. Gemeinsam mit den Touristikern der Region setzt sich das Biosphärenreservat dafür ein und unterstützt insbesondere die Entwicklung von naturtouristischen Angeboten.

Umweltbildung und -information des Biosphärenreservats tragen dazu bei. So kann man Flora und Fauna bei den Führungen der Naturwacht kennen lernen oder in den Besucherinformations¬zentren in Lübbenau, Burg und Schlepzig die Entwicklung der Kulturlandschaft nacherleben und Einblicke in spezielle Themen erhalten.

Haus für Mensch und Natur Lübbenau
Informationszentrum, Naturwacht
Schulstraße 9
03222 Lübbenau

Tel.: 03542 8921-0
Fax: 03542 8921-40
E-Mail: br-spreewald@lua.brandenburg.de

Infozentrum Alte Mühle Schlepzig
Außenstelle der Verwaltung des Biosphärenreservates, Naturwacht Unterspreewald
Dorfstraße 52
15910 Schlepzig

Tel.: 035472 648-9
Fax: 035472 648-99

Infozentrum Schlossberghof Burg
Schlossberghof (Ausstellung/Kräutergarten/Natur-Erlebnis-Uhr), Außenstelle der Verwaltung des Biosphärenreservates, Naturwacht Oberspreewald
Byhleguhrer Straße 17
03096 Burg

Tel.: (Außenstelle) 035603 691-0
Fax: 035603 691-22
Tel.: (Naturwacht) 035603 750146

Öffnungszeiten:
Ausstellungen
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag
10:00 - 17:00 Uhr,
(Weitere Zeiten auf Anfrage)

Arznei- und Gewürzpflanzengarten

Wochentags 7:00 - 15:00 Uhr
Juni bis September auch an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Gartenführungen finden von Juni bis September jeden 1. und 3. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr sowie nach Vereinbarung  statt.
Natur-Erlebnis-Uhr: Von Mai bis September wie die allgemeinen Öffnungszeitensowie und nach Anmeldung.

Informationen über Termine, geführte Touren des Biosphärenreservates und der Naturwacht sowie Veranstaltungen:
Tel.: 03542 8921-0