Die 10. Grafikatur-Biennale ist eröffnet

Preisträger aus Belgien, den USA und der Ukraine

166 Teilnehmer aus 29 Ländern haben sich mit insgesamt 442 Werken am diesjährigen Wettbewerb zum Thema „Mobilität“ beteiligt, darunter zwei Lübbenerinnen. Sieger ist der belgische Künstler Luc Vernimmen, auf Platz zwei folgt Ali Shahali aus den USA und Drittplatzierter ist Oleg Smal aus der Ukraine. Abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie soll die Ausstellung nach Wiedereröffnung des Rathauses noch zu sehen sein.

„Als wir uns für das Motto der 10. Grafikatur, ‚Mobilität‘, entschieden, konnten wir nicht ahnen, dass es so eine Aktualität gewinnen würde“, schreibt Bürgermeister Lars Kolan im Vorwort des Kataloges. „Doch mitten in unsere Ausschreibung platzte das Corona-Virus. Jegliche Mobilität war gestoppt, wir blieben zu Hause.“ Wenn er sich jedoch die Arbeiten der diesjährigen Grafikatur anschaue, schreibt der Bürgermeister weiter, spüre er eine „große Mobilität, ja eine besonders große Lust, sich mit den Fragen der Zeit auseinanderzusetzen, gerade weil sie von Corona beeinflusst sind.“ Deshalb zeige dieses Corona-Jahr einmal mehr, wie wichtig die Reflexion unseres Seins durch Kunst, insbesondere aber durch Karikaturen, ist.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema einer Karikatur sei für jeden unterschiedlich, sagt der Grafikatur-Preisträger Luc Vernimmen in einer Audio-Botschaft. „denn jeder von uns hat einen anderen Humor, andere Sichtweisen und andere Zeichenstile. Das ist es, was Karikaturen so faszinierend macht.“ Mit Blick auf die Internationalität der Grafikatur sagt er: „Eine Karikatur für die ganze Welt zeichnet man am besten ohne Worte. Ein Blick auf die Zeichnung sollte ausreichen, damit jeder das Bild verstehen kann.“

Für Oleh Smal ist der Humor das entscheidende Moment einer Karikatur: „Eine Zeichnung mag grafisch perfekt sein oder höchst komplex komponiert sein, aber wenn sie beim Betrachter kein Lachen erzeugt, ist sie keine Karikatur, sondern irgendeine andere Art von Kunst. wenn es mir gelingt, andere Menschen ihre Sorgen für ein paar Minuten vergessen zu lassen oder diese Sorgen humorvoll zu betrachten, dann hat mein Job als Karikaturist seinen Zweck erfüllt.“

Die Grafikatur hat ihren Ursprung in einer Personalausstellung des Lübbener Karikaturisten und Grafikers Lothar Schneider im Jahre 1990. Im Jahr 2000 wurde sie erstmals international ausgeschrieben. Seitdem findet sie nur noch alle zwei Jahre zu wechselnden Themen statt. Seither gab es die Ausstellung unter anderem schon zu den Themen Familienbande, Verwaltungsakte, Garten, Kurschatten, Erziehung, Geld, Sport und Smartphone.

Die Preisgelder für die Goldene, die Silberne und die Bronzene Feder (1000, 800 und 600 Euro) werden von der Stadt Lübben, vom Landkreis Dahme-Spreewald und vom Autohaus Liebsch bereitgestellt. Weitere Förderer sind der Freundeskreis für Lübben sowie die Mittelbrandenburgische Sparkasse.

Das Video und der Web-Katalog sind zu finden unter www.luebben.de/stadt-luebben/grafikatur. Der Print-Katalog ist während der Schließzeit auf Nachfrage im Lübbener Rathaus oder während der Ausgabe-Zeiten in der Stadtbibliothek erhältlich.