RATHAUSGALERIE ZEIGT KINDERKUNSTPROJEKT


DATUM 07.08.—31.10.2021
ORT Rathaus Lübben, Poststraße, 15907 Lübben 
ZEIT Di 09:00 – 12:00 Uhr, 13:00 – 18:00 Uhr, Do 09:00 – 12:00 Uhr, 13:00 – 15:00 Uhr, Fr 09:00 – 12:00 Uhr
VERNISSAGE 07.08. um 14:00 Uhr

INFOS aquamediale 14
HINWEIS Es gelten die regulären Hygienebestimmungen.

Die aquamediale beinhaltet auch in diesem Jahr ein Projekt, in dem speziell Kinder angesprochen werden, sich der Kunst zu nähern, einzufühlen und selbst schöpferisch tätig zu werden – das KinderKunstProjekt.
Der Hauptgedanke der aquamediale 14 „Hand Werk Kunst“ floss auch hier ein: Kinder entdecken Werkstoffe, erleben dessen Mitschwung oder Widerstand und die eigenen Hände als Former. Und es lag nahe, das Element Wasser in den drei geplanten Workshops als inhaltliche und verbindende Klammer zu setzen.
Alle Ergebnisse des KinderKunst Projektes werden im Rathaus Lübben vom August bis Oktober ausgestellt und von einem Katalog begleitet.

„Oktopus“
Im wunderschön gelegenen Atelier von Marie Annick le Blanc, einer Künstlerin, die vorzugsweise mit Ton arbeitet und Teilnehmerin der aquamediale 14 ist, trafen sich 6 SchülerInnen der 6. Klasse der Von-Houwald-Grundschule Straupitz, um sich hier diesen Werkstoff durch die Finger gleiten zu lassen.
Zunächst sprachen sie über ein seltsames, rätselhaftes und auch ein bisschen unheimliches Wasserwesen, ein vielarmiger, skelettloser Meeresbewohner mit der Hirnleistung einer Katze, der sogar einen Lieblingsarm haben kann - den Oktopus.
Über die anschließend entstehenden Bleistiftzeichnungen entwickelten die Kinder eine erste Vorstellung der Grundform und diese dann in Ton zu übertragen, war die erste Herausforderung. Wie beginnen, wie dem Ton Halt geben und wie schlängeln sich die Tentakel am wirkungsvollsten?
Hier kamen die Materialeigenschaften des Tons ins Spiel. Wie der Oktopus als wirbelloses Tier viele Formen annehmen kann, so ist Ton vielfältig, flexibel und leicht modellierbar. Marie Annick erläuterte einige Grundtechniken und völlig gebannt und konzentriert formten und kneteten die Kinder. Plötzlich wuchsen da Oktopoden aus ihren Händen…

 „Wasser marsch!“
An einem warmen Junitag, der sich wie geschaffen für kräftigen Wassereinsatz zeigte, trafen sich die Künstler Micha Brendel, Teilnehmer der aquamediale 9 und 12 und Franz Rentsch, diesjähriger Gastkünstler des Künstlerhaus Eisenhammers mit 6 Kindern der 6. Klasse der Traugott-Hirschberger-Grundschule Lübbenau im Hof des Künstlerhauses in Schlepzig.
Hier kamen sich Kinder und Künstler zunächst über den Dialog näher: Sie assoziierten frei über den Begriff „Wasser“ in all seinem Facettenreichtum, ob aus der Fantasie oder dem realen Erleben war einerlei: See, Fluss, Teich, Meer, Wellen, Gischt, Bach, Tropfen, Fließ, Pfütze, plätschern, wogen, stürmen, fließen, rinnen, strömen….

So aufgewärmt starteten die Kinder, um mit Farben, Papieren und Leinwänden die verschiedensten Wasserstrukturen zu gestalten und der dazu der auffordernde Titel „Wasser marsch“ ließ bald alles sprudeln, quellen, schmieren und verlaufen. Mit Druckspritze und Wasserflaschen, mit Riesenpinseln und selbstgefertigtem Malwerkzeug aus Vogelfedern und Gräsern gingen die Kinder forsch, aber auch differenziert zu Werke.
Ein großer Stapel feuchter Arbeiten trocknete anschließend im Gras….

 „unterm Kahn“
Die Filzkünstlerin Imke Bona übertrug die Wasseridee gleich doppelsinnig, nämlich mit viel Wasser, farbiger Rohwolle und Seife ein filziges Material zu bereiten und inhaltlich, um unter dem Titel „unterm Kahn“ daraus Filzobjekte zu formen, die im unsichtbaren wässrigen Lebensraum zu Hause sind. Nämlich FilzFische!

Auch hier haben sich 6 Kinder der 6. Klasse der Evangelischen Grundschule Lübben zunächst über Geschichten und Sagen aus dem Spreewald dem Thema genähert, um dann mit Pastellzeichnungen Farben und Formen der Fische zu entwerfen. Ob es tatsächlich möglich sein wird, die farbenfrohen Entwürfe auf Papier körperhaft in Filz zu übertragen?
Imke Bona leitete fachkundig die Kinder Schritt für Schritt, aber mit viel Spielraum für eigene Umsetzungsideen an. Denn es gehören Ausdauer, Sensibilität und ein Luftballon dazu, um den Filzvorgang bis die Dreidimensionalität zu erweitern und so über eine kugelige Form die Ausdruckskraft der Fische zu steigern.
Die Evangelische Grundschule plant aktuell, einen eigenen Kahn zu erwerben uns so kann die Installation aus einem von der Künstlerin vorgefilzten Kahn und den dazu schwimmenden Fischen nach der Ausstellung das Foyer der Schule schmücken.

Teilnehmende Lehrerinnen:
Carola Zimmermann, Grundschule Lübbenau
Cora Schenk Grundschule Straupitz

Erzieherin:
Katrin Lächelt, Ev. Grundschule Lübben


Text: Micha Brendel
FOTO: ©Stadt Lübben