STOLPERSTEINE FÜR DAS EHEPAAR MOSES


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fand die Reichskristallnacht – Jahrzehnte später Reichspogromnacht genannt – statt. Sie war der historische Wendepunkt des nationalsozialistischen Regimes, welches organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland zuließ und somit den größten Völkermord in Europa verantwortete.

Am 09. November 2021 um 16:30 Uhr wurden zwei neue Stolpersteine in Erinnerung an das Schicksal des Ehepaares Moses in der Kirchstraße — ehemals Nr. 28 in Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) verlegt.

Julius Moses wurde am 21. Januar 1883 in Lübben geboren und zählte zu einem der wichtigsten Personen des jüdischen Lebens in Lübben. Er war Kaufmann, kämpfte im Ersten Weltkrieg und erhielt das Eiserne Kreuz. 1925 ging er in den Vorstand der Synagogengemeinde und übernahm 1937 dessen Leitung.

Er wohnte mit seiner Frau Frieda Moses (geb. 1893) in der Kirschstraße 28. Beide hatten einen Sohn (Heinz) und eine Tochter (Hildegard). Die Tochter verstarb schon im Kindesalter. Das Ehepaar entschloss sich Anfang der 1940er in Berlin unterzutauchen. 1943 wurden Sie deportiert. Frieda wurde nach Auschwitz gebracht. Julius zunächst nach Theresienstadt. Mit dem viertgrößten Altersttransport kam auch er schließlich in das Vernichtungslager Auschwitz. Beide wurden hier ermordet. Heinz Moses gelang 1939 die Ausreise aus Deutschland nach Israel, wo er eine eigene Familie gründete.


HINTERGRUND
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, welches im Jahr 1992 begann. Die kleinen Gedenktafeln auf dem Boden sollen an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

PATEN
Die Stadt Lübben ist dankbar über die Patenschaft für die Stolpersteine der Eheleute Moses durch die Familie Jahn.