„Du sollst doch sehen, dass ich an dich denke…“

15. November 2020 - 21. Februar 2021

Die Sonderausstellung zum Themenjahr 2020 beinhaltet Tagebucheinträge, Feldpostbriefe, geschriebene und gesprochene Erinnerungen an die Kriegsjahre, das Kriegsende und das Alltagsleben in den Trümmern beinhalten.

Aus der Korrespondenz zwischen einem Lübbener Ehepaar von 1945 bis 1947 stehen dem Museum knapp 30 Briefe und Postkarten zur Verfügung, die ein authentisches Bild davon beschreiben, dass Hoffnung und „weitermachen“ die einzige Option blieb. Richard Groschke schreibt im Juni 1945 an seine Frau Frieda: „An unserem Hochzeitstag bin ich in frz. Gefangenschaft gekommen. Nun macht Euch um mich keine Sorgen, ich bin noch gesund, wofür ich täglich dankbar bin. […] Schreibe mir kurz und recht viel, hinter dem Draht interessiert mich alles.“ Ihre Antwort erreicht ihn erst im März 1946: „Lieber Richard! Brief Weihnachten erhalten. Kirchstr., Sternstr. ausgebrannt. Wohnen alle Wohnung Mlosch. Alles gesund. Rosemarie tot, Ernst vermisst, Franz Eckernförde, Mase ausgebrannt. Gruss Frieda.“ Sie durfte die Höchstanzahl der 25 Worte nicht überschreiten.

Das Museum möchte das biografische Gedächtnis der Einheimischen bewahren, für die nachfolgenden Generationen sichern und vor allem die Spurensuche vor Ort aus subjektiver Perspektive vermitteln. Flucht, Vertreibung und Neuanfang als Themen sind heute aktueller denn je. 


Fotoausstellung "Lübben. Einst und Jetzt."

15. November 2020 - 21. Februar 2021

Ziel ist es, mit dieser Fotoausstellung die Wandlung der Kleinstadt Lübben 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu dokumentieren und somit an die Wiedergeburt oder „Das Wunder von Lübben“ zu erinnern.

Zeitgleich mit dem Themenjahr wird die Innenstadtsanierung in Lübben weitgehend abgeschlossen sein.

Wie kaum in einer anderen Stadt im Süden des Landes zeugt sie davon, wie die Wunden, die der Zweite Weltkrieg im Stadtbild riss, durch kluge, behutsame Stadtplanung, die den Blick auf die Menschen und ihre Bedürfnisse im Stadtraum richtet, geschlossen werden können. Durch die politische Wende von 1989 wurde der Weg freigemacht dafür, dass Lübben ein neues und sich zugleich an den Grundlagen der Stadtplanung von vor dem Weltkrieg orientierendes Stadtbild erhält und dass seine Bewohner tiefes Bewusstsein für den Wert eines intakten Stadtzentrums, wie es vor dem Weltkrieg bestand, entwickeln. 

Die für das Buchprojekt „Lübben. Einst und Jetzt.“ ausgesuchten Fotos aus der Zeit vor dem Weltkrieg, aus der DDR-Zeit und Aufnahmen nach der Sanierung werden in dieser Fotoschau zu sehen sein.