Lübbener Kinoprojekt 

zum Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg«

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt Kulturland Brandenburg mit dem Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg« die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick. Auch die Lübbener Innenstadt wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges zur Festung erklärt. Durch Beschuss und Straßenkämpfe in den Tagen der dritten Aprilwoche 1945 wurde Lübben zu 90% zerstört. In Zusammenarbeit mit dem Lübbener Kino „Spreewald Lichtspiele“ werden zeitgenössische Spielfilme gezeigt und somit ein thematischer Einstieg in die Nachkriegszeit erreicht.

Beide Vorstellungen, „Lore“ und „Unter dem Sand“, sind mehrfach ausgezeichnete Spielfilme und beschäftigen sich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie werden im Lübbener Kino kostenfrei vorgeführt.


Lore (FSK 16)

Lore ist ein deutsch-australischer Spielfilm von Cate Shortland aus dem Jahr 2012 basierend auf Rachel Seifferts Novelle „Die dunkle Kammer“.

Es ist Deutschland im Mai 1945. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Verfolgung der Nazi-Kriegsverbrecher beginnt. Der Vater der 15jährigen Lore wird verhaftet und seine Frau folgt ihm. Lore wird mit ihren vier kleinen Geschwistern zurückgelassen. Sie müssen sich alleine auf den Weg durch das zerstörte und besetzte Deutschland machen, vom Schwarzwald bis nach Norddeutschland. Das fesselnde Drama der australischen Regisseurin Cate Shortland erzählt dieses deutsche Nachkriegsschicksal komplett aus Sicht der Kinder. Durch diese Erzählungsweise wirkt das Grauen härter und die Folgen des Krieges mit all seinen Nöten noch schonungsloser. Dennoch erlauben vielen Szenen im Film, Bilder und Momente voller sinnlicher Schönheit, üppiger Farbenpracht und strahlendem Licht. Am Ende der Geschichte erkennt Lore, dass die Welt, an der sie bisher festhielt, zerbrochen ist. Doch das Leben geht weiter. Ein eindringlich erzählter, packender und vor allem wichtiger Film, der von den unschuldigsten Opfern des Krieges erzählt: den Kindern.

Unter dem Sand (FSK 12)

Der Zweite Weltkrieg in Europa ist im Mai 1945 zu Ende. An der Westküste Dänemarks hatte die deutsche Wehrmacht mehr als zwei Millionen Landminen im Sand vergraben. Diese müssen jetzt geräumt werden. Für diese lebensgefährliche Aufgabe werden deutsche Kriegsgefangene, fast noch Kinder, eingesetzt. Der Truppe fehlt es an Ausbildung und Ausrüstung, ihre Arbeit verrichten die Gefangenen auf gut Glück. Der dänische Kommandant Carl hat ihnen nach Ableistung dieses Dienstes die Freiheit versprochen und ihnen bleibt nichts weiter übrig, als seinem Wort zu glauben. Doch dann geschieht ein tragisches Unglück….

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Da die Wehrmacht die Invasion der Alliierten fürchtete, ließ sie den „Atlantikwall“ aufbauen. Ein komplexes System aus Panzersperren, Wachanlagen, Bunkern und Landminen. Als sehr wahrscheinliches Invasionsgebiet erschien ihr dabei die Westküste Jütlands. Ein Teil dieses Räumkommandos waren Jungen zwischen 15 und 18 Jahren, die kurz zuvor von der Schulbank zur Wehrmacht bzw. zum Volkssturm eingezogen wurden. Sie mussten als „Freiwillige“ die Landminen in Dänemark entschärfen. Sie erhielten weder eine Ausbildung dafür noch hatten sie entsprechende Geräte. Laut militärischen Dokumenten räumten diese Kriegsgefangenen, vom 11. Mai bis zum 4. Oktober 1945, 1.402.000 Minen. Eine genaue Angabe zur Zahl der eingesetzten Personen gibt es nicht. Man spricht von zwischen 2000 und 2600.

Der Film erhielt insgesamt 26 Preise und 20 Nominierungen.