Wie arbeiten Archäologinnen und Archäologen eigentlich und wie lassen sich aus einzelnen Funden Erkenntnisse über vergangene Lebenswelten gewinnen? Mit dem Vermittlungsangebot „Archäologie zum Anfassen“ wurde im Niederlausitz-Museum Luckau ein Projekt realisiert, das Schülerinnen und Schülern genau diese Fragen praxisnah und anschaulich näherbringt.

Ausgangspunkt war eine Unterstützungsanfrage des Museums, das eine langfristige Kooperation mit der örtlichen Rosa Luxemburg Grundschule aufbauen wollte. Ziel war es, ein regelmäßig nutzbares Angebot zu entwickeln, dass das Museum als außerschulischen Lernort stärkt. In mehreren gemeinsamen Treffen zwischen Museum, Schule und MuPäD wurden zunächst Ideen gesammelt und unterschiedliche Themen diskutiert. Die Wahl fiel schließlich auf das Thema Archäologie, das sowohl inhaltlich gut zur Ausstellung passt, vielfältige Möglichkeiten für ein aktives und forschendes Lernen bietet und im Lehrplan steht..

Die konzeptionelle Entwicklung sowie die Organisation übernahm der MuPäD. Neben der Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts wurden Arbeitsmaterialien erstellt und die benötigte Ausstattung beschafft. Auch ein nahegelegener Garten, der von der Stadt Luckau zur Verfügung gestellt wird, wurde gemeinsam mit dem Museum als Grabungsfläche vorbereitet. Ergänzend wurden ausgewählte Objekte aus der Ausstellung originalgetreu nachgetöpfert, sodass diese sowohl bei der Ausgrabung als auch bei der anschließenden Dokumentation eingesetzt werden können.
Im Mittelpunkt des Angebots steht das Ziel, Archäologie als Wissenschaft erfahrbar zu machen. Die Schülerinnen und Schüler lernen grundlegende Methoden kennen, erhalten Einblicke in das Berufsfeld und setzen sich aktiv damit auseinander, wie aus Funden Wissen über die Vergangenheit entsteht.
Das etwa dreistündige Programm gliedert sich in zwei praktische Einheiten. Im Außenbereich führen die Kinder eine archäologische Grabung durch. In vorbereiteten Grabungsschnitten legen sie mit typischen archäologischen Werkzeugen Fundstücke frei, tragen Erdschichten sorgfältig ab und dokumentieren ihre Beobachtungen. Dabei wird deutlich, welche Bedeutung die genaue Arbeitsweise und die Einordnung der Funde in Schichten für archäologische Untersuchungen haben. Im Museum widmen sich die Schülerinnen und Schüler der wissenschaftlichen Auswertung der Funde. Sie beschreiben, zeichnen und vermessen die Objekte, versuchen diese zu bestimmen und rekonstruieren einzelne Fundstücke. Ein abschließender Besuch der Ausstellung bietet die Möglichkeit, originale Fundstücke zu betrachten und das neu erworbene Wissen zu vertiefen.

Im Oktober 2024 wurde das Angebot erstmals gemeinsam vom MuPäD und dem Museum mit drei 5. Klassen erprobt. Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte reagierten durchweg begeistert auf das praxisnahe Format und die Möglichkeit, selbst aktiv zu forschen.
Zukünftig soll das Angebot fest im Jahresablauf verankert und regelmäßig mit den 5. Klassen durchgeführt werden. Außerdem ist geplant, das Angebot zu öffnen und allen interessierten Schulen anzubieten. Damit entsteht ein nachhaltiges Vermittlungsangebot, das die Zusammenarbeit zwischen Museum und Schule langfristig stärkt und das Museum als festen Bestandteil des außerschulischen Lernens etabliert.



