Höhepunkte im Gedenkjahr


Das Paul-Gerhardt-Gedenkjahr 2026 geht in die zweite Jahreshälfte – und hält weitere besondere Höhepunkte für Lübbener*innen und Gäste bereit. Anlässlich des 350. Todestages des weltweit bekannten Kirchenliederdichters und Theologen lädt die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) gemeinsam mit dem Paul-Gerhardt-Verein Lübben e. V. und zahlreichen Partner*innen dazu ein, Paul Gerhardt aus neuen Perspektiven zu entdecken. Unter dem Leitmotiv „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ verbindet das Festjahr Geschichte, Kultur und Gemeinschaft. Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungen, die Gerhardts Leben, sein Wirken und seine bis heute aktuelle Botschaft lebendig werden lassen.

PROGRAMM

Den Auftakt der zweiten Jahreshälfte bildet am 04. September ein musikalisch-literarischer Vortrag über die Dichterin Eva Zeller, deren Werke im Dialog mit Paul Gerhardts Liedern stehen. Am 11. Oktober folgt mit „Nun steh ich“ eine deutschlandweit einzigartige Theater-Musik-Performance. Mehr als 20 Laiendarstellerinnen und Sängerinnen aus Lübben und der Region bringen eine bewegende Inszenierung über Glaube, Krieg und Hoffnung auf die Bühne. Tickets für die Aufführungen um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr sind bereits über Eventim erhältlich.

Vom 12. bis 18. Oktober lädt die Paul-Gerhardt-Woche in die Paul-Gerhardt-Kirche ein. Unter dem Motto „und einmal nur am Tage ein Weilchen stille sein“ finden täglich um 12:00 Uhr Mittagsandachten mit Orgelmusik und einem Paul-Gerhardt-Lied statt. Den Abschluss bildet am Sonntag die Liedpredigt.

Am 17. Oktober beleuchtet Prof. Dr. phil. Sabine Schlegelmilch in einem Vortrag das Leben des Lübbener Mediziners Martin Weise, eines engen Weggefährten Paul Gerhardts. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt folgt am 30. Oktober mit dem Chor- und Orchesterkonzert „In Gottes Herz und Sinn“ in der Paul-Gerhardt-Kirche. Das Junge Märkische Kammerorchester unter der Leitung von KMD Fabian Enders und ein Kammerchor präsentieren geistliche Werke verschiedener Epochen, darunter Vertonungen von Paul Gerhardt.

Alle Veranstaltungen laden dazu ein, das kulturelle Erbe Paul Gerhardts neu zu entdecken und gemeinsam ein besonderes Gedenkjahr zu erleben.

ÜBERSICHT

  • 13.08. | 17:00 | Paul-Gerhardt-Kirche |  AUSSTELLUNG: UNTERWEGS AUF DEM PAUL-GERHARDT-WEG  

    Im Rahmen der openart Lausitz Biennale wird am 13. August um 17:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche die Ausstellung „Unterwegs auf dem Paul-Gerhardt-Weg“ eröffnet. Gezeigt werden Skizzen, Zeichnungen, Malerei, Upcycling-Art, Fotografien und Collagen, die sich künstlerisch mit dem Paul-Gerhardt-Weg und seinen Landschaften, Geschichten und Eindrücken auseinandersetzen. Die Werke stammen von Annett Wagner, Uwe Mücklausch, Stefan Bleyl und Karen Ascher und laden dazu ein, den Weg des berühmten Kirchenlieddichters aus neuen, kreativen Perspektiven zu entdecken.

  • 04.09. | 17:00 Uhr | Schloss Lübben, Wappensaal | MUSIKALISCH-LITERARISCHER VORTRAG ÜBER EVA ZELLER

    Am 04. September um 17:00 Uhr widmen sich Pfarrerin i. R. Susanne Weichenhan sowie Dieter Gericke (Violine), Andreas Weller (Violoncello) und Johannes Leonardy (Klavier) dem Leben und Werk der Dichterin Eva Zeller. Der musikalisch-literarische Vortrag im Wappensaal des Schlosses Lübben verbindet Literatur und Musik zu einer eindrucksvollen Hommage an die vielfach ausgezeichnete Autorin. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

    Eva Zeller (1923–2022) setzte sich bereits 1989 in einem Gedichtband mit dem evangelischen Liederdichter Paul Gerhardt auseinander. Es entstand, wie Bischof Wolfgang Huber rund 20 Jahre später formulierte, eine Art Zwiegespräch mit dem großen Kirchenlieddichter. Im Jahr 2011 veröffentlichte sie einen weiteren Gedichtband, der erneut Bezüge zu Paul Gerhardts Leben und Werk aufgreift.

    Bis 1958 lebte Eva Zeller in der DDR, anschließend sechs Jahre im heutigen Namibia, bevor sie in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte. Neben zahlreichen Lyrikbänden veröffentlichte sie Kinderbücher, Romane, Erzählungen, Hörspiele und Essays. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2007 den Paul-Gerhardt-Preis der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

  • 11.10. | 14:00 & 17:00 Uhr | Paul-Gerhardt-Kirche | THEATER-MUSIK-PERFORMANCE „NUN STEH ICH“

    Im Rahmen des Paul-Gerhardt-Gedenkjahres 2026 ist am 11. Oktober die Theater-Musik-Performance „Nun steh ich“ in Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) zu erleben. Die Aufführungen beginnen um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr. Tickets sind ab sofort auf Eventim erhältlich.

    Mehr als 20 Laiendarsteller*innen und Sänger*innen aus Lübben und Umgebung haben sich unter der Leitung von Jule Torhorst (Regie) und Hardy Schulze (Musik) mit dem Leben, Schaffen und Wirken des großen Kirchenlieddichters und Pfarrers Paul Gerhardt auseinandergesetzt. Die Ausstattung stammt von Neïtah Janzing. Herausgekommen sind perfomative und szenische Elemente, die sich mit den Themen Glaube, Krieg, Hoffnung, aber auch mit Lebensstationen von Paul Gerhardt beschäftigen. Neben Liedzeilen beinhaltet das Stück Texte, die die Teilnehmenden selbst geschrieben haben. Eigens für das Stück hat Hardy Schulze neue Kompositionen geschrieben, Mitspieler Matthias Alward brachte weitere Szenenkompositionen ein.

    Bereits nach der Premiere 2025 würdigte die Paul-Gerhardt-Gesellschaft das Projekt als deutschlandweit einzigartig. „All das, was Paul Gerhardts Dichtung ausmacht, hat in dem Stück stattgefunden“, so Susanne Weichenhan.

  • 17.10. | 17:00 Uhr | Schloss Lübben, Wappensaal | VORTRAG ÜBER MARTIN WEISE MIT PROF. DR. PHIL. SABINE SCHLEGELMILCH

    Am 17. Oktober um 17:00 Uhr hält Prof. Dr. phil. Sabine Schlegelmilch einen Vortrag über den Lübbener Mediziner Martin Weise (1605–1693). Weise wurde als Sohn eines Lübbener Ratsherren geboren, studierte Medizin und wirkte später als Leibmedicus des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Darüber hinaus verband ihn eine enge Freundschaft mit dem Kirchenlieddichter Paul Gerhardt, dessen Tochter er als Pate begleitete.

    Die Germanistin Sabine Schlegelmilch zeichnet die Lebenswege der beiden Zeitgenossen nach und beleuchtet ihre persönlichen Verbindungen sowie die gemeinsamen Stationen zwischen Lübben und Berlin. Der Vortrag findet im Wappensaal des Schlosses Lübben statt. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.