Museum Schloss Lübben

museum Schloss Lübben -  muzej Grod Lubina

Vom 01. bis 26. September bleibt das Museum aus betrieblichen Gründen geschlossen.

Die Museumsnacht am 11. September 2021, 16–23 Uhr, wird stattfinden, zum Programm siehe unten.

Das Museum Schloss Lübben zeigt nicht nur Geschichte, es ist selbst ein Stück Lübbener Geschichte. Es kann auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken, doch diese wurde mehrfach unterbrochen.

1906 wurde die Städtische Altertümersammlung als eines der ersten Museen der Niederlausitz überhaupt gegründet. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde das Museum zerstört – weniger als 1 Prozent der Bestände konnten geborgen werden. In der DDR-Zeit wurde ab 1950 wieder ein Heimatmuseum eingerichtet, das jedoch seinen Museumsleiter nur wenig überleben sollte. 30 Jahre lang gab es in Lübben kein Museum, und so ist es vielleicht überraschend, aber nicht verwunderlich, dass die Lübbener im Revolutionsherbst 1989 neben vielen anderen Dingen auch endlich ein Museum forderten.

Bei seiner Einweihung 2001 war das Stadt- und Regionalmuseum im Lübbener Schloss eines der modernsten in der Region. Die Ausstellung ist multimedial und zum Mitmachen angelegt und führt durch

 die Geschichte der Niederlausitz, des Spreewaldes und der Stadt bis ins Heute. „Da staunt der Besucher, man sieht, wie es früher war, hört Geschichten, trifft Menschen, die hier lebten, und später wird er sie hören, die Geliebte Napoleons, den Kirchenlieddichter, hier sprechen die Toten, erklingen Choräle, singen Vögel“, heißt es trefflich in einem Museumsführer. Wechselnde Sonderausstellungen sowie die Museumspädagogik runden das Angebot ab.

Mit einer neuen Museumskonzeption will das Museum Schloss Lübben ins nächste Jahrzehnt starten. Im Wappensaal die alte Ständeversammlung der Niederlausitz nachempfinden, im Turmkeller Folterinstrumente besichtigen, im Gemälderaum das komplette Gemäldedepot erleben, mit autarken Virtual Reality-Brillen in die Stadtgeschichte abtauchen und den Erzählungen von Zeitzeugen lauschen – all das könnte Wirklichkeit in einem neu gestalteten Museum im Lübbener Schloss werden. Die Verbindung zwischen den wissenschaftlichen Inhalten und Interaktionen, die den Besucher selbständig tätig werden lassen, wird Kern des neuen Museums sein.

  • Museum Schloss Lübben @YouTube

  • Museumsnacht am 11. September 2021, 16–23 Uhr | Musik! Früher und heute?

    Bitte beachten Sie die geltenden Hygieneschutzmaßnahmen, einsehbar an allen Eingängen.

    Am 11. September findet die Museumsnacht passend zur aktuellen Sonderausstellung „Hall of Fame“ unter dem Motto „Musik! Früher und heute?“ statt. Erfahrene Musik-Legenden und vielversprechende Nachwuchs-Talente bieten zwischen 16 und 23 Uhr ein buntes Programm für alle Augen und vor allem die Ohren. Für den richtigen Geschmack sorgen kulinarische Angebot auf dem Schlossvorplatz.

     16:00 — 23:00 Uhr | Ort: Museum
    Museum für Alle
    Das Museum kann kostenlos besucht werden!

    16:30 — 19:00 Uhr | Ort: Museum, EG
    Basteln mit Kindern
    Kreativ-Workshops für Kinder von regionalen Künstlerinnen und Künstlern des Projektes Lausitz Paradies

    16:30 Uhr | Ort: Museum, 2. OG
    Führung: Individualität im Einheitsstaat
    Gespräch in der aktuellen Sonderausstellung „Hall of Fame“

    17:00 Uhr | Ort: Museum, 2. OG
    Einführung Schlagzeugspielen
    Schlagzeug-Schnupperstunde mit der Berliner Musikerin Rahel Thiele

    17:30 — 19:00 Uhr | Ort: Wappensaal
    Podiumsdiskussion
    Musikkultur in der DDR und heute, Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen kommen ins Gespräch. 

    19:30 — 21:00 Uhr | Ort: Paul-Gerhardt-Kirche
    Konzert — „Erinnerung“ an Report
    Lutz Neumann, Heike Neumann und Michael Peschke erinnern an die großen Erfolge der Golzener Band „Report Cottbus“
    TICKET-VVK: TKS Lübben

    19:35 Uhr | Ort: Wappensaal
    Konzert – Ronja Staudler
    Ronja Staudler ist Sängerin und Songwriterin. Die Lübbener Nachwuchskünstlerin spielt für die Besucherinnen und Besucher der Museumsnacht. 

    20:00 Uhr | Ort: Museum, 2. OG
    Einführung Schlagzeugspielen
    Schlagzeug-Schnupperstunde mit der Berliner Musikerin Rahel Thiele

    20:30 Uhr | Ort: Museum, 2. OG
    Führung: Die Technik macht den Ton
    Gespräch in der Sonderausstellung „Hall of Fame“

    21:30 — 23:00 Uhr
    Silent Disco auf dem Schlossvorplatz
    Wählen Sie Ihr musikalisches Lieblingsjahrzehnt und hören Sie mit Kopfhörern die Musik Ihrer Wahl. 

  • Programm in den Herbstferien - LAUSITZER PARADIES / ŁUŽYCA PARADIZ

    Um Anmeldung wird gebeten unter 03546 187478 oder museum@luebben.de
     
    So. 10.10., ab 15 Uhr, Dauer: ca. 2 Stunden, Teilnehmer: max. 10.
    Calvin Kuschke - Kreatives Schreiben
    Ort: Wappensaal
     
    Mi. 13.10., 10 Uhr, Dauer: ca. 2 Stunden, Teilnehmer: max. 10.
    Sybille Grunert - Grundlagen des Zeichnens
    Ort: Wappensaal
     
    Do. 14.10., 10 Uhr, max. 6 Familien/Gruppen
    Schatzsuche im Museum
    Ort: Museum
     
    Fr. 15.10., 14 Uhr, Dauer: ca. 1 Stunde, Teilnehmer: max. 8.
    Monika Schubert - Die ersten Akkorde - Gitarre spielen lernen
    Ort: Wappensaal
    Bitte bringen Sie Ihre eigene Gitarre mit.
     
    Sa. 16.10., 0 Uhr, Dauer ca. 3-4 Stunden, Teilnehmer: max. 8.
    Stefan Bleyl - Zeichen-PlainAir auf der Schlossinsel
    Treffpunkt: am Eingang des Museums.
    Für versierte Teilnehmer auch mit Farbe möglich, sofern sie sich entsprechendes Material (Aquarellfarbe + Pinsel) mitbringen.

    Mi. 20.10., 15 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden, Teilnehmer max. 10.
    Ingo Schiege - Kalligraphie für Neugierige und Einsteiger
    Ort: Wappensaal
     
    Do. 21.10., 10 Uhr, max. 6 Gruppen/Familien
    Schatzsuche im Museum
    Ort: Museum
     
    Fr. 22.10., 10 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden
    Kerstin Bragenitz - Spiele aus aller Welt – ausprobieren, mitspielen und selber bauen
    Ort: Wappensaal
     
    Sa. 23.10., 14 Uhr, Dauer: ca. 1 ½ Stunden, Teilnehmer: max. 10.
    Frank Knorr - Auf Foto-Motivsuche durch das historische Peitz
    Treffpunkt: vor dem Eingang des Rathauses der Stadt Peitz, Markt 1
    Bitte bringen Sie Ihre eigene Kamera zum Workshop mit.
     
    So. 24.10., 14 Uhr, Dauer: ca. 2 Stunden, Teilnehmer: max. 10.
    Jan Kolster & Enrico Schnick - Bademeusel Comic-Zeichnen und Fragen an einen Bombenentschärfer
    Ort: Wappensaal
     
    Sa. 06.11., 15 Uhr, Dauer: ca. 2 Stunden.
    Micha Brendel - Keine Angst vorm leeren Blatt – Schreibereien und Schriftexperimente
    Ort: Wappensaal
     

  • Projekt "Krieg & Frieden"

    Die Termine für die Veranstaltungen im Rahmen des Projekts "Krieg & Frieden" finden Sie an dieser Stelle, sobald die Daten festgelegt sind.

    Filmvorstellungen "Lore" und "Unter dem Sand"
    Kino "Spreewald Lichtspiele", jeweils 15 und 17 Uhr, Eintritt frei

    Stadtrundgänge "Auferstanden aus Ruinen. Geschichte auf historischem Grund"
    Treffpunkt Brückenplatz, jeweils 10.30 und 17 Uhr

    Museumspädagogisches Programm zur Sonderausstellung für Schulklassen
    Übersicht zum Angebot, für Rückfragen und Absprachen stehen wir telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.



  • Veranstaltungen

    Aufgrund der während der Corona-Pandemie geltenden Vorschriften finden viele Veranstaltungen unter Auflagen statt, Änderungen vorbehalten.

    13. Juni 2021 bis 7. November 2021 - Sonderausstellung "Hall of Fame"

    11. September 2021 - Museumsnacht

    6. November 2021 - "Hall of Fame" - Finissage

    25. November 2021 - Eröffnung "Du sollst doch wissen, dass ich an Dich denke" 

    12. Dezember 2021 - Kunstmarkt im Wappensaal

    25. November 2021 bis 20. Februar 2022 - Sonderausstellung "Du sollst doch wissen, dass ich an Dich denke"

  • Sonderausstellungen


    Hall of Fame

    13. Juni bis 7. November 2021

    Sonderausstellung Goldene Schallplattten

    Mit der Sonderausstellung "Hall of Fame" soll Lübben zur Musikstadt werden. 40 Jahre Zeitgeschichte der Rock-, Blues- und Popmusik und Goldene Schallplatten mit den Originalunterschriften, die akribisch von Fernsehproduzent Ralph Kartelmeyer (Kurator der Ausstellung) aus Berlin gesammelt worden sind, werden gezeigt. Dazu sind zahlreiche Objekte zu sehen, die das Feeling mehrerer Generationen von Jugendbewegungen und Musikströmungen erlebbar machen. Nicht nur internationale Stars, sondern auch deutsche Interpreten und DDR-Künstler finden in der Ausstellung ihren Platz.
    Neben Hörstationen, die die Besucher in Vergangenheit eintauchen lassen, soll es Instrumente zum Ausprobieren geben, um das Interesse an Musik zu wecken. Weil Musik verbindet, jedes Alter anspricht und vor allem sehr gut nonverbal funktioniert, wird es einen kulturellen Austausch über Sprachgrenzen hinaus geben.

    "Du sollst doch wissen, dass ich an Dich denke" Feldpostbriefe von 1943 bis 1947

    25. November 2021 bis 20. Februar 2022

    Briefe und Postkarten aus den Jahren von 1943 bis 1947 zeugen vom Leben inmitten von Krieg und Zerstörung. Überliefert sind 40 Briefe der Lübbener Eheleute Frieda und Richard Groschke, sowie einige Briefe des Vaters an seine Kinder. 
    Eindrücklich vermitteln die Briefe – neben dem Versuch den Alltag erträglich darzustellen – Hoffnungen und Ängste.



    Begleitend werden auf den Tafeln Fotografien aus dem kriegszerstörten Lübben gezeigt. Sie stammen aus dem Fotografischen Atelier Erich Hinkelmann. Ein Album mit Aufnahmen befindet sich in der Sammlung des Museums. Deutlich zeigen sie die Vernichtung der im April 1945 zur Festung erklärten Stadt: Ruinen, unpassierbare Brücken, die Paul-Gerhardt-Kirche ohne Kirchturmhaube und immer wieder zerstörte Häuser und Geschäfte.
    Objekte und Stadtansichten aus der Vor- und Nachkriegszeit ergänzen die Schau.


  • Dauerausstellung

    Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte der Stadt Lübben, des Altkreises Lübben sowie der Niederlausitz, dessen Hauptstadt Lübben vom 16. Jahrhundert bis 1815 war. Ferner kann sich der Besucher über Geschichte und Brauchtum des Spreewalds informieren, zu dessen Hauptorten Lübben - am Übergang vom Unter- zum Oberspreewald gelegen - traditionell gehört. Der historische Wappensaal mit seinen Wandmalereien, zahlreiche Stationen zum Hören, Schauen und „Selbst-Hand-anlegen“ sowie Sonderausstellungen runden das Angebot ab.

    Weitere Höhepunkte sind ein mittelalterlicher Schatzfund sowie Hort- und Grabfunde der Eisen- und Bronzezeit. Hervorzuheben sind insbesondere die reichen Funde der Lausitzer Kultur, die von dem Mediziner und Prähistoriker Rudolf Virchow beschrieben und erforscht wurde.

    Teil der Ausstellung sind zudem der historische Wappensaal von 1915 im Schlossturm mit seinem monumentalen Wandgemälde von August Oetken sowie 115 Wappen von Städten, Adelsherrschaften oder Rittergütern, die die politische Situation der Niederlausitz zu Beginn des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.

    Die Ausstellung ist behindertengerecht und auch mit Kindern sehr empfehlenswert.


  • Digitaler Blick ins Depot

    Im Projekt Museum digital werden ausgewählte Objekte aus Brandenburger präsentiert. Denn Museen sind auch Orte des Bewahrens und des Forschens, aber kaum ein Museum kann alle von ihm verwahrten Objekte gleichzeitig zeigen. Vieles muss in den Depots verbleiben, was dank der Initiative museum-digital.org nun nach und nach sichtbar gemacht wird.

    Aus Lübben können auf der Seite Exponate aus der Präkolumbianischen Sammlung von Götz von Houwald betrachtet werden. Dr. Götz-Dieter Freiherr von Houwald, Vertreter des seit Jahrhunderten in der Region ansässigen Adelsgeschlechts, wuchs auf Schloss Neuhaus in Lübben-Steinkirchen auf. Als Diplomat war er wiederholt in Lateinamerika, wo er sich insbesondere für die Mayangna-Indianer Nicaraguas einsetzte und von dort Objekte mitbrachte. Weitere Lübbener Objekte stammen aus den Bereichen Regionalgeschichte, Kunst, Karten, Bibliothek, Archivalien, Architektur. Außerdem kann man auf der Plattform gezielt nach Stichworten und Orten suchen, z.B. Spreewald oder Sorben, und gelangt zu teilweise sehr seltenen Filmdokumenten.

  • Museumspädagogischer Dienst des Landkreises Dahme-Spreewald

    Der Museumspädagogische Dienst des Landkreises Dahme-Spreewald (MuPäD) ist Knotenpunkt und Vermittler zwischen den vielfältigen musealen Einrichtungen, Bildungsträgern und dem Landkreis. Der MuPäD versteht sich als Schnittstelle, um diesen Austausch zu ermöglichen und zu moderieren. Zugleich ist der MuPäD für alle musealen Einrichtungen des Landkreises Partner in Fragen von Vermittlungsarbeit und museumspädagogischen Angeboten für alle Altersklassen.

    Der MuPäD führt landkreiseweite Projekte durch wie ein Sommerprogramm für Familien und einen Geschichtswettbewerb, berät aber auch gerne Einzelinstitutionen.

    Sie erreichen den MuPäD unter 03546 2786185 oder museumspaedagogik[at]luebben.de

  • Förderverein des Stadt- und Regionalmuseums Lübben e.V.

    Eine Vielzahl unserer Sonderausstellungen und Veranstaltungen werden durch den Förderverein des Museums ermöglicht.

    Durch die Beiträge der Mitglieder und ergänzende Förderanträge bei verschiedenen Institutionen können wir rund um das Jahr ein abwechslungsreiches Programm anbieten: Gesprächsreihen und Vorträge, Exkursionen und Workshops sowie unsere Wechselschauen. Der Förderverein ist zusätzlich an der Weiterentwicklung des Hauses beteiligt, etwa durch das ZeitzeugInnen-Programm, welches bereits im Schloss gezeigt wird.

    Wenn Sie Interesse an Mitwirkung und Gestaltung haben, werden Sie gerne Mitglied. Einzelpersonen zahlen jährlich 25€, Familien 40€. Mitglieder des Vereins haben ganzjährig freien Eintritt.

    Aufnahmeantrag Förderverein

    Nähere Infos unter museum@luebben.de oder 03546 187478.

  • Das Lübbener Schloss

    Das Schloss ist eines von wenigen Gebäuden in der Stadt, das den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Es beherbergt heute das Museum Schloss Lübben. Die Stadtbibliothek ist im benachbarten Westflügel (ehemaliges Rentamt) untergebracht. Im Wappensaal des imposanten Schlossturmes finden Konzerte, Lesungen und repräsentative Veranstaltungen statt, eine Etage tiefer befindet sich ein anmutiger Raum, der als Trauzimmer genutzt wird.

    Das Ensemble stellt gleichsam eine Verbindung von der City zur Schlossinsel her, von der Stadt zur Landschaft. Es drückt aus, was die Kreisstadt in ihrem Markennamen trägt: Lübben – Die Stadt im Spreewald. Das Schloss bietet seinen Besuchern – Gästen wie Einheimischen – Information und Unterhaltung ebenso an wie die Möglichkeit zum Innehalten auf einer Erkundungstour durch die Stadt oder auf einem alltäglichen Gang.

    Ursprünglich gab es an diesem Standort eine von einem Wassergraben umgebene Burg, die als „urbs lubin“ um 1150 erstmals erwähnt wurde und so der Stadt einen Namen und Geburtsdatum gab. Von hier aus wurden die Spreeübergänge westlich und östlich der Burg kontrolliert. Die auf einem Schwemmsandhügel errichtete Stadt galt seit jeher als Tor zum Ober- und Unterspreewald. Nur hier war eine Spreequerung ungehindert möglich, und bald kreuzten sich Handelsstraßen in der entstehenden Stadt.

    Wann die Stadtrechte verliehen wurden, ist nicht bekannt, aber Lübben war seit dem Mittelalter wichtiger Verwaltungssitz der Burggrafen und Landvögte. Von einem Schloss wurde erstmals 1561 gesprochen, seine heutige Gestalt erhielt es zwischen 1769 und 1682. Auffällig sind der fein gegliederte Renaissancegiebel und der mächtige, trutzige Wehrturm, der über bis zu 2,5 Meter starke Mauern verfügt und über einen gewölbten Gang mit dem Schloss verbunden ist.

    Über dem Turmeingang an der Nordseite sind zwei Schriftzüge eingemeißelt „932 Liubusua“ und „1815 Wien“. Doch die Annahme, Lübben sei identisch mit der sagenumwobenen slawischen Burg Liubusua ist falsch. Fakt ist jedoch, dass der Wiener Kongress von 1815 wesentlich über das weitere Schicksal Lübbens entschied, denn damals ging die Niederlausitz von Sachsen zu Brandenburg-Preußen über. Ihre Rolle als politischer Mittelpunkt des Markgraftums Niederlausitz, ja als dessen Hauptstadt mit wichtigen Regierungsbehörden, büßte Lübben dadurch ein, blieb jedoch bis heute Kreissitz.

    Von der regen Verwaltungstätigkeit in der Stadt zeugt heute noch der prachtvolle Wappensaal. Hier kamen die Stände der Niederlausitz zusammen. Der Saal wird von einem riesigen Bild des Malers August Oetken überstrahlt, das die Begrüßung des ersten Brandenburgischen Markgrafen der Niederlausitz, des Kurfürsten Friedrich II. „des Eisernen“, vor den Toren Lübbens am 18. Oktober 1448 zeigt. Auf dem Bild ist ein Teil der Stadtmauer mit Trutzer zu sehen, der auch heute noch erhalten ist. In den drei Raumnischen des Wappensaales nahmen im 17. Jahrhundert der Herzog, die Grafen und die übrigen Stände getrennt voneinander Platz. Der Saal wird überdies von 115 Wappen der Niederlausitz (Adlige, Stände und Städte) geziert.

  • 360°- Rundgang