In 600 Jahren passiert eine Menge. Häuser entstehen, Straßen verändern sich, Menschen kommen und gehen – und doch bleiben Spuren der Vergangenheit im Ort sichtbar. Anlässlich des Ortsjubiläums hat der Traditionsverein Radensdorf gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen genau diese Spuren gesucht und auf kreative Weise neu entdeckt. Das Projekt bestand aus zwei Workshoptagen.
© Sebastian Franzka
© S. Brummund, MuPäD
© Sebastian Franzka
© Sebastian Franzka
© Sebastian Franzka
© Sebastian Franzka
© S. Brummund, MuPäD
© Sebastian Franzka
© Sebastian Franzka
© Sebastian Franzka
© S. Brummund, MuPäD
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Am ersten Tag schauten sich die Kinder zunächst eine aktuelle Ortskarte an und markierten, wo sie heute wohnen. Danach wurde eine historische Karte betrachtet. Mit viel Neugier versuchten die Kinder herauszufinden, wo sich ihre Wohnorte auf der alten Karte befanden und wie sich das Dorf im Laufe der Zeit verändert hat.
Anschließend ging es auf einen Spaziergang zu verschiedenen historischen Orten in Radensdorf. Besucht wurden unter anderem der alte Bahnhof, der heute als Gaststätte genutzt wird, das älteste Fachwerkhaus im Ort, das Kriegerdenkmal und der alte Mühlstein. Ausgestattet mit analogen Kameras hielten die Kinder ihren ganz eigenen Blick auf diese Orte fest. Gerade das Fotografieren mit Film war für viele eine besondere Erfahrung – jedes Bild musste bewusst gewählt werden.
Der Künstler Sebastian Franzka begleitete den Rundgang und leitete verschiedene kreative Übungen an. Das alte Fachwerkhaus wurde gezeichnet, am Kriegerdenkmal arbeiteten die Kinder mit Ton und am Mühlstein entstanden Frottagen. So konnten die historischen Orte nicht nur betrachtet, sondern mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken erlebt werden.
Beim zweiten Termin wurden die entstanden Fotos gesichtet und den einzelnen historischen Orten zugeordnet. Auch passende Textpassagen zur Geschichte der Orte fanden ihren Platz. Anschließend konnten die Kinder mit den Fotos, Texten und verschiedenen Bastelmaterialien weiterarbeiten. So entstanden vielfältige kreative Ausstellungsplakate über die einzelnen Orte, die beim ersten Termin besichtigt wurden.
Ein Teil der Ergebnisse soll dauerhaft sichtbar bleiben. Im September wird eine neue Infotafel mit einer Ortschronik aufgestellt. Darin wird Radensdorf nicht nur aus historischer Perspektive gezeigt, sondern auch aus Kinderaugen. Gleichzeitig werden die von den Kindern gestalteten Plakate als Ausstellung im Ortsgemeinschaftshaus präsentiert.
Besonders schön an dem Projekt war, dass Geschichte nicht nur erzählt wurde. Die Kinder konnten sie selbst entdecken, fotografieren, zeichnen und gestalten. Dadurch entstanden ganz persönliche Zugänge zur Vergangenheit des Dorfes – und vielleicht auch ein neuer Blick auf den Ort, in dem sie heute leben. Das Projekt zeigt, dass Geschichte nicht nur in Büchern steht, sondern direkt vor der eigenen Haustür zu finden ist.



