AUF DEN SPUREN DER SPREEWALDBAHN


Obwohl es die „Spreewaldbahn“ seit nunmehr 51 Jahren nicht mehr gibt, erinnern noch heute einstige Bahnhofsgebäude, Brücken und andere Zeitzeugnisse an die „Bimmelguste“. Die neue Themenradroute „Auf den Spuren der Spreewaldbahn“, wurde im Juli offiziell eingeweiht.

Als am 3. Januar 1970 die Spreewaldbahn auf ihrem letzten Streckenabschnitt von Cottbus über Straupitz nach Goyatz eingestellt wurde, ist eine mehr als 70-jährige Ära zu Ende gegangen. Grundlage für den Bau einer Kleinbahn mit einer Spurweite von 1000 Millimeter bildete die am 21. Dezember 1896 erfolgte Gründung der Lübben-Cottbuser-Kreisbahnen. Zwischen 1897 und 1899 wurden ein 85 Kilometer langes Schienennetz durch zum Teil unwegsames Gelände, 64 Brücken und mehr als 25 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte für die „Spreewaldbahn“ gebaut. Neben einfachen Fahrgastunterständen entstanden 14 architektonisch wertvolle Bahnhofsgebäude. Am 29. Mai 1898 konnte der Reise- und Güterverkehr auf den ersten Streckenabschnitten von Lübben Ost–Straupitz-Byhlen-Lieberose sowie

Straupitz-Goyatz eröffnet werden. Der Abschnitt Byhlen-Burg folgte am 29. Juni 1898, die Verbindung bis Cottbus 1899. Nach der Stilllegung der Spreewaldbahn, zuletzt unter Betriebsführung der Deutschen Reichsbahn, blieb bis 1983 lediglich ein kleiner Restbetrieb vom Cottbuser Güterbahnhof bis zum Militärflugplatz erhalten. Der wechselvollen Geschichte der Spreewaldbahn haben sich insbesondere seit der politischen Wende ab 1989 viele Initiativen verschrieben. So war auch die Reaktivierung des Bahnbetriebs lange im Gespräch, scheiterte jedoch an Kosten und Möglichkeiten.

Der Bahnhof Straupitz mit seinen umfangreichen Gleisanlagen und dem Bahnbetriebswerk zur Wartung der Dampflokomotiven und Wagen war einst der Betriebsmittelpunkt der Spreewaldbahn und ist heute Sitz der 2010 gegründeten Interessengemeinschaft „Spreewaldbahn“ e. V.. Der Verein hat am alten Bahnhof in Straupitz ein Spreewaldbahnmuseum eingerichtet und versteht sich als Impulsgeber für eine teilweise Reaktivierung der Spreewaldbahn als Museumsbahn zwischen Straupitz und Byhleguhre. Gemeinsam mit der IG Spreewaldbahn e. V. entstand bereits 2016 die Idee, den früheren Streckenverlauf der Kleinbahn für Gäste und Einheimische wieder erlebbar zu machen und die noch erhaltenen Zeitzeugnisse zu vernetzen. Daraus entstand das Projekt „Auf den Spuren der Spreewaldbahn“. Der ambitionierten Idee schlossen sich alle an der einstigen Strecke liegenden Kommunen an. Das Amt Burg (Spreewald) trat dabei als Koordinator und Antragsteller des Fördervorhabens auf.

THEMENRADROUTE „AUF DEN SPUREN DER SPREEWALDBAHN“

Zwar sind die Gleise der Spreewaldbahn heute fast vollständig zurückgebaut. Doch begibt man sich auf Spurensuche, so wird man erstaunlicherweise noch an vielen Orten fündig: Vom „Spreewaldbahnhof“ in Cottbus, über den von Anwohnern liebevoll gepflegten Haltepunkt Schmogrow, dem restaurierten Gepäckwagen vor der Touristinformation Goyatz bis zum kleinen Museum in Straupitz. Zahlreiche Haltepunkte und Bahnhöfe werden heute als Gaststätte oder Café genutzt, so wie die Erlebnisgaststätte in Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota). Die auf einem großen Teil der ehemaligen Bahntrasse verlaufenden regionalen und überregionalen Radwege werden als verbindendes Element genutzt, damit die Menschen „Auf den Spuren der Spreewaldbahn“ wandeln können. Zu allen ehemaligen 21 Haltepunkten an der knapp 52 Kilometer langen Strecke von Lübben bis zum Spreewaldbahnhof Cottbus hat der Verein IG Spreewaldbahn in liebevoller und zeitaufwendiger Kleinarbeit Informationen, Fotos und Dokumente zusammengetragen und aufgearbeitet, die nun auf

Schautafeln nachzulesen sind. Daneben wurden 15 zweisprachige Stationsschilder nach historischem Vorbild aufgestellt. Zusätzlich wurde in Goyatz am Bahnhof und an der einstigen „Holzverladestelle 6“ Schautafeln angebracht.

Das Projekt erhielt eine Zuwendung in Höhe von rund 28.000 Euro für die Förderung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von Leader. Den Eigenanteil tragen das Amt Burg (Spreewald), die Stadt Lübben(Spreewald)/Lubin (Błota), das Amt Lieberose/ Oberspreewald und der Verein IG Spreewaldbahn gemeinsam. Die Pflege und Wartung der Einrichtungen übernimmt künftig ebenfalls der Verein.

ÜBERSICHT ÜBER BAHNHÖFE UND STATIONEN

  1. Station Lübben Hbf. (km 0+000)
  2. Haltestelle Lübben Ost (km 4+757)
  3. Haltepunkt Radensdorf (km 9+993)
  4. Haltepunkt Altzauche Burglehn (km 11+337)
  5. Haltestelle Wußwerk (km 13+920)
  6. Bahnhof Neuzauche (km 17+197)
  7. Bahnbetriebswerk (Bw) Straupitz
  8. Bahnhof Straupitz (km 20+374)
  9. Haltepunkt Seekurve
  10. Bahnhof Byhlen (km 24+801)
  11. Haltepunkt Rosenhof (km 26+700)
  12. Bahnhof Byhleguhre (km 28+054)
  13. Haltepunkt Schmogrow (km 30+607)
  14. Haltepunkt Burg Bismarckturm (km 32+132)
  15. Bahnhof Burg (km 33+914)
  16. Bahnhof Werben (km 37+438)
  17. Haltepunkt Ruben-Guhrow (km 40+280)
  18. Bahnhof Briesen (km 42+425)
  19. Haltepunkt Sielow (km 46+368)
  20. Haltepunkt Cottbus Flughafen (km 49+500) Cottbus Spreewaldbahnhof (km 51+765)
  21. Station Goyatz
  22. Station Holzverladestelle 6