AMTSANTRITTSREDE DES BÜRGERMEISTERS


Am 1. Juli begrüßte Jens Richter, der neue Bürgermeister der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota), beim Bürgermeisterempfang die Lübbener Bürgerschaft im Wappensaal vom Schloss Museum Lübben.

„Wir sind Stadt. Wir sind Lübben“, mit diesem Satz hieß der neue Bürgermeister der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota), Jens Richter, die Lübbener Bürgerschaft am 1. Juli im Wappensaal herzlich willkommen. Zum Bürgermeisterempfang waren Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft geladen.

In seiner Amtsantrittsrede betonte er, dass eine Aufarbeitung der Schwerpunktthemen und eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit den Bürger*innen im Fokus stehen: „Die Wählenden haben mir am 12. Juni ihr Vertrauen ausgesprochen und ich will dieses Vertrauen als Antriebskraft meiner — unserer — Verantwortung nutzen. Ich sehe es als unfassbares Glück und als Ehre, mit der Bürgerschaft gemeinsam den Weg zu bestreiten“, so Richter.

Stefan Wichary, Beigeordneter/Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit und Kultur des Landkreises Dahme-Spreewald (LDS), wünschte Jens Richter im Namen von Landrat Stephan Loge das richtige Händchen und versicherte die Unterstützung des Landkreises. LDS steht an der Seite der Spreewaldstadt.

Wojciech Lis, Bürgermeister der Partnerstadt Wolsztyn, ist mit einer Delegation angereist und dankte dem Lübbener Bürgermeister für sein bisheriges Engagement — auch im Zuge der Ukrainekrise — und wünschte ihm viel Erfolg bei den bevorstehenden Aufgaben. Grüße und Dank kamen auch aus der ukrainischen Nachbarstadt Lityn.

Umrahmt wurde das Programm durch Schüler*innen der Kreismusikschule: Anna Katharina Groß am Flügel, Sophie Kurtz am Violoncello, Dieter Gericke am Flügel, Johanna Rechenberger – Gesang, Sylvia Hoffmann am Flügel.

REDE

AMTSANTRITTSREDE
von Bürgermeister Jens Richter beim Bürgermeisterempfang am 1. Juli 2022 im Wappensaal von Schloss Lübben.

Es gilt das gesprochene Wort.


Im Namen der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) begrüße ich Sie erstmals ganz offiziell 
werte Stadtverordnete,
liebe Bürgerschaft, 
geschätzte Mitarbeiter der Stadtverwaltung
und Pressevertreter, 
liebe Gäste.
Witajśo k nam!

 „Wir sind Stadt. Wir sind Lübben.“ — Unter diesem Leitspruch möchte ich mit Ihnen gemeinsam in den kommenden acht Jahren das Leben in der Stadt Lübben gestalten. Mir ist bewusst, dass es viele Themen gibt, welche die Lübbener Bürgerschaft bewegen und die auf den Schreibtischen der Verwaltung bearbeitet werden.

Ich bin der Überzeugung, dass unsere Stadt unglaubliches Potenzial hat und sehr viele Macher hier vor Ort sind, die sich für Lübben bzw. in den Ortsteilen einsetzen, um unsere Stadt noch liebenswerter und lebenswerter zu gestalten.

In meinen ersten Monaten ist es mir daher besonders wichtig, gemeinsam mit Ihnen — den Machern — Visionen zu entwickeln. Doch muss auch Aufarbeitung zu den Schwerpunkten gehören. So sind es einige drängende Probleme, denen wir uns gemeinsam stellen müssen. Offene Stellen in der Verwaltung, um ein stabiles Arbeitsumfeld zu schaffen, die Richtlinie für die Vergabe von kommunalen Grundstücken, die Gründung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums, die Richtlinie zur Förderung der Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten in Lübben, der Breitbandausbau – um nur einige zu nennen.

Vieles ist auf den Weg gebracht und vieles muss noch seinen Weg finden. Meine Damen und Herren, es wird nicht einfach. Denn der Weg ist steinig und ist alleine nicht zu bewältigen. Wir als Verwaltung leben nicht auf einer Insel. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen allen vorangehen. Ich setze daher bei der Lösungsfindung auch auf die Bürgerschaft sowie die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Hier ist viel Fachkompetenz anzutreffen. Mit dem Wissen und den Lösungsvorschlägen der Verwaltung sollte es uns daher gemeinsam gelingen, die Probleme aus der Stadt zu bewältigen!

Ich weiß, dass wir uns durch internationale Konflikte und Ressourcenknappheit in unsicheren Zeiten befinden. Die Sorge um Frieden, gestiegene Preise bei Strom, Wasser und Grundversorgung scheinen schwer lösbar. Wir bewegen uns schwer durch den Alltag und doch haben uns die letzten Monate gezeigt, dass mit gemeinsamer Stärke und Verbundenheit viel zu bewegen ist. Denn Gemeinschaft lässt uns hoffen – auf europäischer Bühne wie auch im kommunalen Rahmen. Was wir also brauchen, ist der Wille zum Mitgestalten, Visionen und Mut. Mut ist nämlich das, woraus Macher sind.

Bertolt Brecht sagte einst: „Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.“

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Schicksal nicht allein durch höhere Mächte vorbestimmt ist. Es liegt in unserer Hand – in unser aller Hand.

Und damit will ich insbesondere die Jugend motivieren und mobilisieren, sich ihren Themen anzunehmen. Geht voran. Ihr wollt eine Skaterbahn? Ihr wollt mehr Mitbestimmung? Dann los. Engagiert Euch, schaut in andere Gemeinden, lernt von denen, die Erfahrungen haben. Klopft an die Tür unserer Verwaltung.

So, wie es die Jugendlichen bei der Skaterbahn gemacht haben. Sucht Befürworter. Sucht den Kontakt. Die ersten Schritte für die Skaterbahn sind so bereits unternommen. Nun wollen wir gemeinsam daran weiterarbeiten. Denn Ideen wollen sichtbar werden – für die Vorstellung und für das Abholen. Denkt immer daran: Es ist Eure Stadt und Eure Zukunft.

Und das gilt natürlich auch für alle Erwachsenen. Lassen Sie uns Verantwortung übernehmen für die Region, für Lübben, für die Nachbarschaft und lassen Sie uns auch dort helfen, wo Hilfe nötig ist. So wie es auch schon viele Vereine, Initiativen, Netzwerke und Privatpersonen tun. Bis heute Nacht ist noch Zeit, Vorschläge für den Ehrenamtspreis einzureichen. Und ich lege Ihnen diesen Preis nahe, da es wenig Wichtigeres gibt, als den Menschen auch mal beherzt DANKE zu sagen.

Am vergangenen Dienstag habe ich die Amtskette von Peter Rogalla, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, übergeben bekommen. Sie ist ein Zeichen dafür, dass auch auf den Schultern des Bürgermeisters Verantwortung lastet. Aber egal, ob zukunftsorientierte oder vergangenheitsorientierte Verantwortung, Sie haben mir am 12. Juni ihr Vertrauen ausgesprochen und ich will dieses Vertrauen als Antriebskraft meiner — unserer — Verantwortung nutzen. Ich sehe es als unfassbares Glück und als Ehre, mit Ihnen gemeinsam, den kleinen und großen Machern, den Weg zu bestreiten.

Nun lade ich Sie ein, mit mir anzustoßen: auf wertbringende, gemeinschaftsstärkende acht Jahre.

Danke.
Ihr Jens Richter
Bürgermeister der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota)


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