Tag der Städtebauförderung 2021

Der Tag der Städtebauförderung ist seit 2015 eine jährlich wiederkehrende bundesweite Veranstaltung in möglichst vielen Städten und Gemeinden. Das gemeinsam von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Partnern getragene Projekt für einen Tag der Städtebauförderung soll die Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung stärken und Projekten in allen Programmkommunen der Städtebauförderung ein Forum bieten. 

Die Städtebauförderung hat das Bild unserer Städte und Gemeinden in den vergangenen 50 Jahren entscheidend mitgeprägt.
Auch Lübben wurde mit Hilfe von Förderungen in den letzten Jahren immer mehr zu einem Touristenmagnet und lebenswerter Stadt.
Dieses erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen ist in der Öffentlichkeit teilweise aber immer noch zu wenig bekannt. Der bundesweite Aktionstag bringt deshalb die Städtebauförderung als ein erfolgreiches Instrument der Stadt- und Quartiersentwicklung stärker in die Öffentlichkeit.

Rundgang

Die Pandemie machte manche neue Wege notwendig, die es jedoch ermöglichen, die positiven Wirkungen der Städtebauförderung digital einer größeren Öffentlichkeit zu vermitteln, besonderes Engagement zu würdigen und zur Mitwirkung anzuregen.

So bietet sich in Lübben ein virtueller Stadtrundgang an, um die Erfolge der Städtebauförderung erlebbar zu machen.

Mithilfe von 360° Bildern ist es Ihnen als Betrachter möglich, die kurzen Erläuterungen zur Geschichte und Entwicklung unserer Stadt, visuell nachzuvollziehen (Klick aufs Bild = 360-Rundgang).

  • Marktplatz

    Nach der politischen Wende stellte sich der Lübbener Marktplatz als reine Parkplatz- und Busabstellfläche dar. Die enormen Kriegsschäden auch in diesem Areal hatten u.a. die Bebauung der Fläche mit einem Kaufhaus (NKD) aus den 1970er Jahren zur Folge. Es blieb dennoch auch danach bei einer Freifläche ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Ein Zentrum suchten die Gäste der Stadt damals vergeblich. 
    Im Jahr 2000 wurde im Rahmen eines studentischen Projektes der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) die Idee entwickelt, die Platzfläche zu drehen. Der Marktplatz lag nun längs zur Hauptstraße. Damit entstand ein neues Raumgefüge, welches Platz für die spätere Bebauung mit 19 Wohn- und Geschäftshäusern an prominenter Stelle - nämlich am Marktplatz - eröffnete. Der Marktplatz wurde als ruhige Platzfläche gestaltet und mit einem schattenspendenden Hain gegliedert. Die umfängliche, hochwertige Neuanlage konnte nur unter Zuhilfenahme der Städtebauförderung erfolgen. 

  • Klavierbrücke

    Signifikante Bauwerke in der Spreewaldstadt Lübben sind die zahlreichen Brücken über die Fließe. Eine dieser innerstädtischen Verbindungen ist die sogenannte Klavierbrücke. Sie verbindet seit 1741 die Altstadt mit der Neustadt. Nach ihrem letztmaligen Wiederaufbau 1993 wurde die Klavierbrücke nun mit Städtebaufördermitteln grundhaft saniert bzw. erneuert. Die Holzbohlen, die beim Betreten verschiedene Töne erzeugen, führten zum Namen Klavierbrücke.

  • Brückenplatz

    Der Brückenplatz bildet den westlichen Eingang ins Stadtzentrum. Nach der Zerstörung dieses Bereiches im Zweiten Weltkrieg fand hier im Rahmen der Ausweisung Lübbens als Sanierungsgebiet eine behutsame, städtebauliche Reparatur statt. Die Brücke wurde grundhaft saniert bzw. erneuert und die Neubebauung des Brückenplatzes stellt sicher, dass die historische Stadtstruktur wieder sichtbar wird.
    Deshalb hat die Stadt - nach Aufstellung eines Bebauungsplanes - mit allen bauwilligen Investoren eine sogenannte Entwurfswerkstatt unter externer Leitung durchgeführt, um ein stimmiges an der historischen Parzellierung orientiertes Gesamtbild zu erhalten.  Die kürzlich entstandenen Wohn- und Geschäftshäuser beleben nun den Stadteingang und geben der Innenstadt ihre kleinteilige Prägung zurück.

  • Rathaus

    Das Rathaus der Stadt Lübben (Spreewald) befand sich seit Ende des Zweiten Weltkrieges außerhalb des Stadtzentrums. 1993 beschlossen die Stadtverordneten Lübbens, es zurück an den Marktplatz zu holen. Dafür wurden mehrere Standorte geprüft und diskutiert und ein Wettbewerb durchgeführt. In der Abwägung aller Belange fiel die Entscheidung dann 2000 dafür, das alte Postgebäude am Marktplatz zum Rathaus umzubauen, womit es wieder unmittelbar an den Marktplatz gerückt ist. 

  • Paul-Gerhardt-Kirche

    Die unter dem Namen St. Nikolai geweihte Kirche geht vermutlich auf einen frühgotischen Backsteinbau aus der Zeit um 1300 zurück.1931 wurde die Kirche restauriert und das Eingangsportal des Turmes mit den Terrakotta-Reliefs hergestellt. Die im zweiten Weltkrieg zerstörte barocke Turmhaube von 1782 wurde nach historischen Vorlagen wiederaufgebaut und 1988, u.a. mithilfe der finanziellen Unterstützung der Partnerstadt Neunkirchen (Saarland), neu aufgesetzt.

    Das Grab Paul Gerhardts (1607 – 1676) ist in der Kirche nicht mehr zu verorten. Der berühmte Kirchenlieddichter wirkte von 1669 bis 1676 als Archidiakon in Lübben. Seit 1931 trägt die Kirche den Namen des Dichters. Historisch wird sie oft als Deutsche Kirche bezeichnet, in Abgrenzung zur heute nicht mehr vorhandenen Wendischen Kirche, in die die überwiegend sorbische bzw. wendische Bevölkerung der Vorstädte und umliegenden Dörfer eingepfarrt war. Die Umrisse dieser Kirche sind im Straßenpflaster östlich der Paul-Gerhardt-Kirche markiert.

    Kirchenschiff und Kirchturm wurden vor einigen Jahren im Rahmen der Städtebauförderung umfassend saniert. Ferner wurde das Kirchenumfeld kleinteilig und bewusst neugestaltet.

  • Schloss

    Das Lübbener Schlossareal umfasst die Gebäude Schloss, Marstall und Schlossturm. Seine heutige Gestalt hat das Schloss zwischen 1769 und 1682 erhalten. Auffällig ist der Renaissancegiebel, der sich Richtung Ernst-von Houwald-Damm zeigt. Im Schlossturm befindet sich der prächtige Wappensaal, der ehemalige Marstall wird als städtische Bibliothek genutzt. Schlossturm und Schloss sind mit einem baulichen Übergang verbunden, der auch die kleine, gepflasterte Schlosshoffläche überbrückt.
    Alle Gebäude wurden in den vergangenen Jahren mit Hilfe der Städtebauförderung denkmalgerecht saniert, der Schlossturm erhielt über diesen Weg auch seine Turmhaube zurück. Als Entree zu diesem historischen Ensemble wurde der Platz vor Schloss und Schlossturm kürzlich neugestaltet. Er bietet nun die notwendige Aufenthaltsqualität, um das historische Ensemble wirken zu lassen und bildet mit Hilfe einer Querungsinsel über den Ernst-von-Houwald- Damm eine einladende Fußwegeverbindung in die Altstadt. Südlich des Schlossgebäudes befindet sich eine gestaltete Grünfläche, die aber nie ein historischer Schlosspark war. Sie ermöglicht über eine Fußgängerbrücke die idyllische Verbindung auf die Schlossinsel. 

  • Landratsamt

    Das ständische Landhaus wurde zwischen 1717 – 1722 als Versammlungsort der Stände der Niederlausitz in Gestalt einer zweigeschossigen Dreiflügelanlage, gruppiert um einen Hof, errichtet. Der Architekt Adolf Zeller gestaltete den Anbau im neobarocken Stil. Die das Ensemble früher nutzende Ständeversammlung verlor mit der Zugehörigkeit Lübbens zu Preußen ab 1815 ihre politische Funktion. Seit 1945 wird der Gebäudekomplex als Kreisverwaltungssitz genutzt, heute vom Landkreis Dahme-Spreewald.

  • Breite Straße

    Die Breite Straße ist ein Straßenzug, der unter Denkmalensembleschutz steht und im Sanierungsgebiet Lübben-Altstadt liegt. In dieser Wohn- und Geschäftsstraße mit Boulevardcharakter ist die historische Gründerzeitbebauung anschaulich erhalten geblieben. Die Einzelgebäude wurden in den vergangenen Jahrzehnten von der Eigentümerschaft ebenso liebevoll saniert wie der Straßenzug selbst durch die Stadt Lübben, was nur unter Mithilfe der Städtebauförderung gelang. 

Informationen zu 50 Jahren Städtebauförderung in Deutschland

Im Jahr 2021 begehen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam das Jubiläum „50 Jahre Städtebauförderung“. Als Gemeinschaftsaufgabe ist die Städtebauförderung eine zentrale Säule der Stadtentwicklungspolitik des Bundes. Sie unterstützt seit 1971 Städte und Gemeinden dabei, baulichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zu begegnen. Mehr als 9.300 Gesamtmaßnahmen wurden im Zeitraum von 1971 bis 2020 gefördert – in 3.900 Kommunen bundesweit. Allein der Bund hat seit 1971 ca. 19,3 Milliarden Euro investiert. 2021 sind erneut 790 Mio. Euro Bundesmittel vorgesehen.

Mit dem jährlich im Mai stattfindenden Tag der Städtebauförderung kann der Erfolg der Städtebauförderung direkt im Quartier sichtbar gemacht werden. Städte und Gemeinden können in unterschiedlichen Veranstaltungen Projekte öffentlichkeitswirksam präsentieren, die sie im Rahmen der Städtebauförderung durchgeführt haben oder aktuell bearbeiten. Zugleich lassen sich dabei Strategien und Ziele der Städtebauförderung vermitteln.

Der Erfolg der Städtebauförderung lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger sich in Planungsprozesse einbringen. Beteiligung ist nicht nur ein Anspruch demokratischer Stadtplanung, sondern sie trägt auch dazu bei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und auszuräumen, so dass Planungsprozesse reibungsloser ablaufen und ihre Ergebnisse größere Akzeptanz erfahren. Vor diesem Hintergrund dient der Tag der Städtebauförderung insbesondere dazu, Angebote zur Beteiligung zu machen, die auch breitere Kreise der Bürgerschaft erreichen.

Ein Tag der Städtebauförderung kann Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, sich an Diskussionen zu Fragen des Städtebaus und der Stadtplanung zu beteiligen. Gleichzeitig würdigt dieser Festtag aber auch bereits gezeigtes Engagement für die Belange der Stadtentwicklung: in der Zivilgesellschaft, in Verwaltung und Kommunalpolitik.



KONTAKT

Verantwortlich für die Durchführung des Tags der Städtebauförderung ist der Sanierungsträger DSK:

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