Die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) steht vor der verantwortungsvollen Aufgabe, ihre Kitalandschaft an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Nachfolgend informieren wir Sie über den Prozess:
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23.04.2026 | UMSTRUKTURIERUNG DER LÜBBENER KITALANDSCHAFT
Die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) steht vor der verantwortungsvollen Aufgabe, ihre Kitalandschaft an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Die Anpassungen betreffen die städtischen Kitas „Am Roten Nil“, „Unter den Linden“ und „Waldhaus“ sowie die Kita der AWO „Sonnenkinder“.
Die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) steht vor der verantwortungsvollen Aufgabe, ihre Kitalandschaft an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Diese Entscheidung fällt nicht leicht, denn sie betrifft Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte, pädagogische Fachkräfte sowie gewachsene Strukturen vor Ort. In diesem Zuge wurden in den letzten Wochen zahlreiche Gespräche geführt und in den vergangenen Tagen alle Beteiligten informiert.
GRÜNDE
Hintergrund sind deutlich sinkende Kinderzahlen, steigende Betriebs- und Unterhaltungskosten sowie die Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung des Landkreises Dahme-Spreewald im Jahr 2025, welche nicht die Entwicklungen der Kinderzahlen vollumfänglich berücksichtigte. Mehrere Einrichtungen sind bereits heute nicht mehr ausgelastet. Gleichzeitig besteht in einzelnen Gebäuden ein erheblicher Sanierungsbedarf. Ohne strukturelle Anpassungen würde dies langfristig die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt und damit auch die Stabilität der Kinderbetreuung gefährden.
FOKUS AUF TRAGFÄHIGE BETREUUNGSKONZEPTE & WOHL DER KINDER
Ziel der geplanten Maßnahmen ist es daher, die vorhandenen Ressourcen so zu bündeln, dass verlässliche, qualitativ hochwertige und langfristig tragfähige Betreuungsangebote erhalten bleiben. Dabei steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt: stabile Bezugspersonen, möglichst geringe Umbrüche sowie eine weiterhin hohe pädagogische Qualität.
Die vorgesehenen Veränderungen wurden so entwickelt, dass sie für die meisten Kinder und Fachkräfte ein hohes Maß an Kontinuität ermöglichen und gleichzeitig wirtschaftlich notwendige Einsparungen realisieren.
WAS IST GEPLANT
Geplant ist die Zusammenlegung der Kita „Am Roten Nil“ und der Kita „Unter den Linden“ am Standort „Am Roten Nil“, da dort größere räumliche Kapazitäten vorhanden sind und beide Einrichtungen bereits eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig werden die Vorschulkinder auf den Bildungscampus verlagert und bis zum Ende des aktuellen Schuljahres im Modulbau der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule betreut, um den Übergang in die Schule zu erleichtern und Platz in den Kitas zu schaffen.
Die Kita „Waldhaus“ zieht in das Gebäude der bisherigen Kita „Unter den Linden“ um, da dort die räumlichen Voraussetzungen bestehen, das pädagogische Konzept und die bestehenden Gruppen möglichst unverändert fortzuführen.
Zudem wird die AWO-Kita „Sonnenkinder“ nach Treppendorf in das bisherige Gebäude der Kita „Waldhaus“ verlegt, da dieser Standort am besten für die Anforderungen an eine Integrationseinrichtung geeignet ist.
„Die Anpassung der Kitalandschaft ist eine notwendige, aber verantwortungsvoll gestaltete Entscheidung. Sie dient dazu, auch in Zukunft eine verlässliche, qualitativ hochwertige und finanzierbare Kinderbetreuung in Lübben sicherzustellen – im Interesse der Kinder, Familien und Fachkräfte. Leider haben sich unsere Befürchtungen bestätigt, dass die Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung des Landkreises Dahme-Spreewald im Jahr 2025 die Stadt Lübben (Spreewald) unter Druck setzt, da damalige Entwicklungen nicht berücksichtigt wurden“, so Bürgermeister Jens Richter.
26.02.2026 | Verantwortungsvoll handeln in herausfordernden Zeiten
Die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) steht vor einer der größten finanziellen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte. Ein strukturelles Defizit von rund 4,5 Millionen Euro im Ergebnishaushalt 2026 macht einen gesetzlich vorgeschriebenen Haushaltsausgleich durch einen Nachtragshaushalt erforderlich, um die Liquidität der Stadt zu sichern. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung in der Stadtverordnetenversammlung am 26. Februar umfassend über die Entwicklung der Lübbener Kitalandschaft informiert.
DEUTLICH SINKENDE KINDERZAHLEN
Die demografische Entwicklung ist eindeutig: Während im Jahr 2019 noch 121 Kinder geboren wurden, waren es 2025 nur noch 71 Kinder. Dieser Rückgang um mehr als 40 Prozent wirkt sich zeitversetzt, aber spürbar auf die Auslastung der Kindertageseinrichtungen aus. Für den 01. September 2026 wird eine Auslastung der kommunalen zwischen 59 und 69 Prozent prognostiziert. Auch die Einrichtungen der freien Träger sind betroffen. Bereits im Zeitraum 2022 bis 2025 lag die durchschnittliche Auslastung der kommunalen Einrichtungen bei teilweise 65 Prozent – mit sinkender Tendenz.
HOHE BETRIEBSKOSTEN BEI GERINGER AUSLASTUNG
Die wirtschaftliche Analyse zeigt deutliche Unterschiede: Der derzeitige städtische Zuschuss pro Kita-Platz beträgt jährlich 5.075,51 Euro. Bei voller Auslastung würde dieser Wert bei 2.786,34 Euro liegen. Große Einrichtungen mit rund 100 Kindern arbeiten dabei deutlich wirtschaftlicher als kleine Standorte.
Durch den Geburtenrückgang sind rechnerisch etwa zwei Einrichtungen zu viel. Die daraus resultierende Mehrbelastung für den Haushalt liegt bei rund 300.000 Euro jährlich.
Am Beispiel eines Objektes zeigt sich ein mögliches Einsparpotenzial von rund 123.000 Euro pro Jahr. Die größten Kostenpositionen sind u. a. Reinigung (39.000 Euro), Hausmeister- und Bauhofleistungen (25.000 Euro), Energie- und Betriebskosten (27.000 Euro) sowie EDV- und Telefonkosten (6.600 Euro). Die Berechnungen basieren auf dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
WARUM JETZT GEHANDELT WERDEN MUSS
Der Kitabereich ist einer der größten Ausgabenposten im städtischen Haushalt. Die derzeitige Struktur ist bei sinkenden Kinderzahlen dauerhaft nicht finanzierbar. Nicht zu handeln würde bedeuten, strukturelle Defizite weiter anwachsen zu lassen und damit langfristig die Handlungsfähigkeit der Stadt zu gefährden. Diese Entwicklung ist kein lokales Phänomen. Bundesweit sinken die Geburtenzahlen deutlich. Gleichzeitig steigen Personal-, Energie- und Sachkosten. Viele Kommunen stehen vor vergleichbaren Strukturentscheidungen im Bereich der frühkindlichen Bildung.
VERANTWORTUNG GEGENÜBER KINDERN, ELTERN UND FACHKRÄFTEN
Bei allen notwendigen wirtschaftlichen Überlegungen stehen Kindeswohl, pädagogische Qualität und Planungssicherheit für Familien und Beschäftigte im Mittelpunkt.
- Kinder brauchen stabile Bindungen, verlässliche Strukturen und qualitativ hochwertige Betreuung.
- Eltern benötigen Wahlfreiheit, unterschiedliche pädagogische Konzepte und verlässliche Betreuungszeiten.
- Erzieherinnen und Erzieher verdienen sichere Arbeitsplätze, gute Rahmenbedingungen und transparente Entscheidungen.
Eine Anpassung der Kitalandschaft bedeutet nicht automatisch Qualitätsverlust – im Gegenteil: wirtschaftlich stabile Strukturen schaffen langfristige Sicherheit für Personal und pädagogische Arbeit. Ziel der Stadt ist es weiterhin eine verlässliche Betreuungslandschaft für Eltern und Kinder zu bieten.
Die Stadt erarbeitet derzeit mehrere Handlungsoptionen und wird mit dem Bildungsausschuss eng zusammenarbeiten.
Nächste Schritte
- Gespräche mit freien Trägern
- Abstimmungen mit dem Landkreis Dahme-Spreewald zur künftigen Bedarfsplanung
- Prüfung konkrete Handlungsoptionen und deren Umsetzung
- Transparente Information der Eltern und Mitarbeitenden
Die anstehenden Entscheidungen sind nicht einfach. Sie verlangen Abwägung, Dialogbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Klar ist jedoch: Die Stadt muss handeln, um dauerhaft tragfähige Strukturen zu sichern – im Interesse der Kinder, der Familien und der gesamten Stadtgemeinschaft.
FAQ – HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Warum ist eine Anpassung der Kitalandschaft überhaupt notwendig?
Die Zahl der betreuten Kinder sinkt seit Jahren deutlich. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal, Gebäude und Betrieb. Mehrere Einrichtungen sind nicht ausgelastet, wodurch hohe Kosten pro Platz entstehen. Ohne Anpassungen würden Defizite weiter wachsen und langfristig auch die Qualität der Betreuung gefährden.
Was genau ist geplant?
- Zusammenlegung der Kitas Am Roten Nil und Unter den Linden am Standort „Am Roten Nil“
- Verlagerung der Vorschulkinder aus der Kita Am Roten Nil und der Kita Unter den Linden auf den Bildungscampus in den Modulbau der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule bis zum Ende des aktuellen Schuljahres
- Umzug der Kita Waldhaus in das Gebäude der bisherigen Kita „Unter den Linden“
- Umzug der AWO-Kita „Sonnenkinder“ nach Treppendorf in das bisherige Gebäude der Kita Waldhaus
Warum werden die Kitas „Am Roten Nil“ und „Unter den Linden“ zusammengelegt?
Beide Einrichtungen arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen – sowohl konzeptionell als auch personell. Einzig der Standort „Am Roten Nil“ verfügt über die notwendige Kapazität und kann beide Einrichtungen aufnehmen.
Eine Zusammenlegung ermöglicht:
- stabile Teams und bekannte Bezugspersonen
- Fortführung der pädagogischen Arbeit
- bessere Auslastung und wirtschaftlich tragfähige Strukturen
Warum erfolgt die Zusammenlegung nicht im Gebäude „Unter den Linden“?
Die räumlichen Kapazitäten dort reichen für eine gemeinsame Unterbringung nicht aus. Der Standort „Am Roten Nil“ bietet deutlich mehr Platz und ist daher die geeignete Lösung.
Warum werden die Vorschulkinder auf den Schulcampus verlagert?
Die Verlagerung schafft Platz in den Kitas und nutzt gleichzeitig positive Erfahrungen aus den vergangenen Jahren:
- Kinder lernen frühzeitig die Schule kennen
- Übergang in Schule und Hort wird erleichtert
- pädagogische Begleitung bleibt gewährleistet
Langfristig kann dies ein fester Bestandteil eines guten Übergangskonzeptes werden.
Wird die Kita in Treppendorf geschlossen?
Nein. Die derzeit betreuten Kinder der Kita Waldhaus in Treppendorf ziehen im Gruppenverband gemeinsam mit ihren Bezugserzieher*Innen in die Kita Unter den Linden. Anschließend wird der Standort Treppendorf für Kinder der AWO-Kita „Sonnenkinder“ übergeben.
Warum zieht die Kita Waldhaus in das Gebäude „Unter den Linden“?
Das Gebäude bietet passende räumliche Strukturen für das pädagogische Konzept der Kita Waldhaus (Gruppenarbeit). Ziel ist es:
- bestehende Kindergruppen zu erhalten
- Bezugspersonen zu sichern
- möglichst wenig Veränderung im Alltag der Kinder zu verursachen
Warum bleibt die Kita Waldhaus nicht an ihrem bisherigen Standort?
Die Bündelung von Standorten reduziert Betriebs- und Unterhaltungskosten erheblich. Gleichzeitig können personelle und fachliche Ressourcen besser gemeinsam genutzt werden.
Warum muss die AWO-Kita „Sonnenkinder“ überhaupt umziehen?
- Deutlicher Sanierungsbedarf, dem aufgrund der Haushaltssituation nicht nachgekommen werden kann
Warum wird die AWO- Kita „Sonnenkinder“ nicht geschlossen?
- Nicht die Stadt Lübben entscheidet über die Finanzierung und damit den Erhalt der Einrichtungen, sondern der Kitabedarfsplan des Landkreis Dahme-Spreewald
- AWO- Kita „Sonnenkinder“ ist in Lübben die einzige Integrationseinrichtung für Kinder mit besonderen Bedarfen
Warum zieht die AWO-Kita „Sonnenkinder“ nach Treppendorf?
Die Einrichtung ist eine Integrationseinrichtung und benötigt eine entsprechend ausgestattete, barrierefreie Umgebung. Der Standort in Treppendorf erfüllt diese Anforderungen.
Was bedeutet das für Kinder und Eltern?
Die Veränderungen werden so gestaltet, dass:
- Eingewöhnungen möglichst ohne zusätzlichen Wechsel erfolgen
- Gruppen und Bezugspersonen weitgehend erhalten bleiben
- Übergänge frühzeitig begleitet werden
Die Stadt informiert alle betroffenen Eltern transparent und rechtzeitig.
Was bedeutet das für die Erzieherinnen und Erzieher?
Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und gute Arbeitsbedingungen zu erhalten. Durch größere und besser ausgelastete Einrichtungen können Teams stabil bleiben und fachliche Zusammenarbeit gestärkt werden.
Welche Vorteile haben die Maßnahmen insgesamt?
- Gewährleistung der Sicherheit der Kinder in der AWO-Kita „Sonnenkinder“
- Gewährleistung besonderer Bedarfe (Fortbestand der Integrationseinrichtung)
- langfristige Stabilität der Betreuungsangebote
- bessere Auslastung der Einrichtungen
- Bündelung von Fachkräften und Kompetenzen – auch Einrichtungsübergreifend
- Sicherung der Betreuungszeiten durch Einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit
- Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Stadt
- Kita „Am Roten Nil“ ist durch die Modulbauweise bei ggf. wieder steigenden Kinderzahlen erweiterbar
Gibt es zumutbare Alternativen?
Nein. Bei allen anderen geprüften Lösungsmöglichkeiten gab es folgende gravierende Nachteile:
- Keine Gewährleistung der Sicherheit aller Kinder
- Keine Berücksichtigung von besonderen Bedarfen
- Verlust von BezugserzieherInnen
- Wegfall der bestehenden Kindergruppen und damit Trennung von Freundschaften
Welche Herausforderungen sind mit den geplanten Maßnahmen verbunden?
- Veränderungen gewohnter Wege und Strukturen
- Längere Fahrtwege für Eltern und Familien
- Anpassung sozialer Netzwerke im Umfeld einzelner Einrichtungen
- emotionale Belastung durch Veränderungen
Diese Aspekte werden bewusst berücksichtigt und durch Kommunikation und Begleitung abgefedert.
Wie geht es weiter?
Die Umsetzung erfolgt schrittweise und in enger Abstimmung mit:
- Einrichtungsleitungen und Trägern
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- Elternvertretungen
- politischen Gremien
Die Umsetzung soll möglichst zum neuen Schuljahr erfolgt sein. Ziel bleibt ein transparentes Verfahren mit klarer Kommunikation.





