FACHDIALOG DER SPREEWALD-KOMMUNEN


Am 18. Februar trafen sich Vertreter*innen der drei Spreewaldkommunen Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota), Lübbenau/Spreewald (Lubnjow/Błota) und Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) zu einem gemeinsamen Fachaustausch. Neben Stadtverordneten und Gemeindevertreter*innen nahmen Bürgermeister Jens Richter, Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel sowie Bürgermeister Bernd Ragotzky und Bauamtsleiter Matthias Koal aus Burg (Spreewald) teil. Ziel des Treffens war es, tagesaktuelle Bau- und Planungsthemen, welche die jeweiligen Kommunen beschäftigen, zu besprechen und gemeinsame Entwicklungsperspektiven für den Spreewald zu diskutieren.

„Gerade in Zeiten knapper kommunaler Haushalte ist der interkommunale Austausch wichtiger denn je. Wenn wir im Gespräch bleiben, können wir Erfahrungen bündeln, voneinander lernen und Lösungen entwickeln, die wir alleine so nicht erreichen würden. Die Herausforderungen bei Mobilität, Wärmeversorgung und Bauen im sensiblen Landschaftsraum betreffen uns alle gleichermaßen – deshalb gehen wir sie auch gemeinsam und abgestimmt an“, verdeutlicht Bürgermeister Jens Richter.

THEMA LÜBBENAU: RADWANDERWEG ZWISCHEN BURG, LÜBBENAU UND LÜBBEN

Ein Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung des Radwanderwegs zwischen Burg, Lübbenau und Lübben. Aufbauend auf dem bestehenden Konzept zur Optimierung der Wirtschafts-, Rad- und Wanderwege wurde die gezielte Vernetzung der Wegeinfrastruktur erörtert. Geplant ist ein klar strukturiertes Leitsystem mit erlebbaren Rundwegen und Mehrfachnutzung für Radfahrende, Wandernde sowie Land- und Forstwirtschaft. Gleichzeitig soll ein bewusst begrenztes Angebot sensible Naturbereiche schützen und Ruhe im Biosphärenraum sichern.

THEMA LÜBBEN: KOMMUNALE WÄRMEPLANUNG

Städte und Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, bis Mitte 2028 eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Die Stadt Lübben stellte ihre Vorgehensweise bei der kommunalen Wärmeplanung vor. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist der Aufbau einer langfristig stabilen, klimaneutralen und wirtschaftlichen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. Dabei werden sowohl die städtischen Gesellschaften als auch die Bürgerschaft aktiv in den Planungsprozess einbezogen. In der Planung werden sowohl Gebiete identifiziert, die sich für den Auf- und Ausbau von Wärmenetzen eignen, als auch Bereiche, in denen dezentrale Versorgungslösungen gemäß Gebäudeenergiegesetz im Vordergrund stehen. Damit schafft die kommunale Wärmeplanung eine wesentliche Grundlage für den Transformationsprozess hin zu einer verlässlichen, kosteneffizienten und klimaneutralen Wärmeversorgung.

THEMA BURG: BAUEN IM LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET

Ein dritter Themenblock befasste sich mit dem Bauen im Landschaftsschutzgebiet am Beispiel Burg (Spreewald). Diskutiert wurden neue rechtliche Rahmenbedingungen, darunter Änderungen im Brandenburgischen Naturschutzrecht sowie beschleunigte Genehmigungsmöglichkeiten im Baugesetzbuch. Ziel ist es, notwendige Wohnraumentwicklung zu ermöglichen, ohne den Schutz der einzigartigen Kulturlandschaft zu gefährden.

Der Fachdialog verdeutlichte den gemeinsamen Anspruch der Spreewaldkommunen, Infrastruktur, Klimaschutz und Siedlungsentwicklung künftig noch stärker abgestimmt voranzubringen und den Austausch regelmäßig fortzusetzen.