PAKT FÜR PFLEGE


Die Sicherung der Pflege ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen in unserem Land. Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen wächst und zugleich stehen immer weniger Menschen dem Arbeitsmarkt und damit für professionelle Pflege zur Verfügung. Im Dezember 2020 wurde daher der „Pakt für Pflege in Brandenburg“ mit dem erklärten Ziel auf den Weg gebracht, gemeinsam die Anstrengungen der Pflege zu stärken. Das Land stellt für den „Pakt für Pflege“ jährlich 22 Mio. € bereit. Schwerpunkte sind die Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger, die Unterstützung lokaler Akteure bei der Gestaltung altersgerechter Sozialräume sowie die Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der Pflege und qualifikationsgerechter Einsatz der Pflegefachkräfte.

Ziel aller Maßnahmen ist es, älteren und pflegebedürftigen Menschen ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Wohnumfeld und qualifizierte gute Pflege zu gewährleisten sowie ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Mit dem Förderprogramm „Pflege vor Ort“ werden Maßnahmen der kommunalen Pflegepolitik zur Stärkung der Pflege vor Ort in den Kommunen gefördert. Gemäß der dazu erlassenen Richtlinie des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg zur Förderung von Maßnahmen kommunaler Pflegepolitik – Pflege vor Ort – hat die zuwendungsempfangende Kommune, hier die Stadt Lübben, einen finanziellen Eigenanteil in Höhe von 20% zu tragen.

RÜCKBLICK

Durch das Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) wurde für das Haushaltsjahr 2025 eine Zuwendung in Höhe von 30.630,90 € bewilligt. Der Eigenanteil der Stadt Lübben (i. H. v. 20 %) betrug 7.657,73 €. Die Mittel wurden an folgende Träger und Projekte weitergeleitet:

DRK-KREISVERBAND FLÄMING-SPREEWALD E. V. FÜR DAS PROJEKT „SEELENZEIT“

Das Projekt wurde im September 2022 gestartet. Es handelt sich um ein Begegnungsangebot in der Stadt Lübben (Spreewald), welches die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft fördert. Es ist ein primärpräventives Angebot, das durch das regelmäßige gemeinsame Zubereiten und Einnehmen von Mahlzeiten den Aufbau und die Pflege sozialer Kontakte unterstützt und zugleich eine gesundheitsförderliche sowie bedürfnisorientierte Ernährung vermittelt.

Das Projekt findet an drei Tagen pro Woche jeweils vier Stunden lang in den Räumlichkeiten des DRK Begegnungszentrums Lübbens statt. Die Beschaffung von Lebensmitteln, die Koordination des Kochens und die Vermittlung gesundheitsbewusster Ernährung obliegen einer ernährungskompetenten Fachkraft (30 h/Woche).

Die Organisation und Umsetzung von niederschwelligen Präventionsangeboten, die Lotsenfunktionen zu Hilfe-, Beratungs- und Unterstützungsleistungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit sind Hauptaufgabe der zweiten hauptamtlichen Mitarbeiter*in (20 h/Woche). Weitere ehrenamtliche Personen unterstützen die Projektmitarbeitenden.

Im Jahr 2025 fanden insgesamt 147 Angebotstage mit durchschnittlich 28 Teilnehmenden statt. 4.121 Menschen nahmen am Projekt teil. Die hohe Bedeutung des Angebots zeigt sich auch in den Rückmeldungen der Angehörigen. So schrieb eine Angehörige im Juni 2025, dass ihre Mutter sich „das ganze Wochenende schon auf die Begegnung freut“ und dass diese Einrichtung für viele ältere Menschen „ein Halt, eine Zuflucht und ein wichtiges Stück Gemeinschaft“ sei.

ASB KV LÜBBEN E. V. FÜR DAS PROJEKT „PFLEGE VOR ORT GESTALTEN“

Das Projekt startete im November 2022 und wurde für Menschen mit Betreuungs- und/ oder Pflegebedarf in der eigenen Häuslichkeit initiiert. Ursprünglich geplant war es, unterstützende Angebote zur Entlastung pflegender Angehöriger im Freizeitbereich, die über externe Hilfen von Pflegediensten und Tagespflege hinaus gehen, anzubieten. In der Praxisphase des Projekts hat sich allerdings gezeigt, dass die Unterstützung von pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen in der eigenen Häuslichkeit nur schwer umsetzbar ist.

Aufgrund dieser Erfahrung wurde das Konzept geändert. Das Projekt „Pflege vor Ort gestalten 2.0“ richtet sich gezielt an pflegende Angehörige, die in der häuslichen Versorgung stark gefordert sind. Ziel ist es, sowohl fachlich zu unterstützen als auch sozial zu entlasten und miteinander zu vernetzen.

Im Mittelpunkt stehen wöchentliche Treffen in Lübben und den Ortsteilen. Angeboten werden niedrigschwellige Schulungen zu Themen wie Pflegealltag, Selbstfürsorge, Konfliktbewältigung sowie praktische Hilfen (z. B. rückenschonendes Heben, Ernährung, Bewegung). Parallel werden pflegebedürftige Personen vor Ort betreut, sodass Angehörige ohne Sorge teilnehmen können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau eines tragfähigen Unterstützungsnetzwerkes – um Vereinsamung vorzubeugen, Erfahrungen auszutauschen und sich langfristig gegenseitig Halt zu geben.

Das Projekt fördert demnach sowohl die fachliche Kompetenz als auch die seelische Stabilität der pflegenden Angehörigen und trägt zugleich zur sozialen Teilhabe der betreuten Person außerhalb der Häuslichkeit bei.

AUSBLICK

Die Richtlinie des Ministeriums für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg zur Förderung von Maßnahmen kommunaler Pflegepolitik (Pflege vor Ort) gilt derzeit bis zum 30.06.2027. Die Stadt Lübben hat fristgerecht den Antrag beim LASV gestellt – zunächst für den Förderzeitraum bis zum 31.12.2026 – um die Projekte des DRK und des ASB weiterhin finanziell zu unterstützen. Der städtische Eigenanteil wurde bei der aktuellen Haushaltsplanung berücksichtigt und steht zur Verfügung.

 

RICHTLINIE

ZU DEN EINRICHTUNGEN