GEGENDARSTELLUNG | INTERVIEW IM LÜBBENER HEROLD


In einem Interview im „Lübbener Herold“, Ausgabe 16 vom 12.06.2026, wurden von der Stadtverordneten Nancy Schendlinger sowie der ehemaligen Geschäftsführerin der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH, Verena Micknaß, verschiedene Aussagen zur wirtschaftlichen Situation der TKS, zu strukturellen Entwicklungen im Tourismusbereich sowie zur „SÜW Service GmbH“ getroffen. Vor dem Hintergrund der angespannten kommunalen Finanzlage der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) stellt die Stadtverwaltung Kernaussagen sachlich richtig und ordnet sie im Rahmen der geltenden Beschlusslagen, der kommunalwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der rechtlichen Vorgaben ein. 

KEINE 200.000 € VON DER STADT FÜR DIE SÜW SERVICE GMBH 

Die im Interview dargestellte Annahme, im Zusammenhang mit der SÜW Service GmbH würden 200.000 Euro im Stadthaushalt frei, ist sachlich nicht korrekt. Die Stadtverordnetenversammlung hat die Gründung der SÜW Service GmbH als Tochtergesellschaft der SÜW einstimmig beschlossen. Diese Struktur ist vollständig innerhalb des Unternehmensverbundes der SÜW angesiedelt und berührt den kommunalen Kernhaushalt der Stadt nicht. Es erfolgt weder eine haushaltswirksame Mittelverschiebung noch ein Freiwerden von Haushaltsmitteln. Ziel der Maßnahme ist vielmehr die organisatorische Bündelung von Service- und Kundenprozessen, die Stärkung der Sichtbarkeit sowie die Verbesserung von Beratung und Servicequalität im Innenstadtbereich, einschließlich touristischer Erstinformation. 

EINORDNUNG DER TKS

Die TKS GmbH war eine dauerhaft defizitäre, kommunal getragene Gesellschaft. Die Finanzierung von jährlich fast 1 Million Euro erfolgte überwiegend über Betriebskosten-, Personal- und Sachkostenzuschüsse sowie vertraglich gebundene Veranstaltungsmittel. Die angestrebte organisatorische und wirtschaftliche Konsolidierung der TKS sowie die Herstellung einer nachhaltigen finanziellen Basis konnten in den zurückliegenden 25 Jahren durch Beteiligte nicht erreicht werden. Die TKS war damit kein marktwirtschaftlich eigenständig tragfähiges Unternehmen im klassischen Sinne, sondern eine zuschussabhängige kommunale Marketing- und Veranstaltungsstruktur. Ein Fortbestand ohne öffentliche Finanzierung war unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht darstellbar. Trotz solidem Kassenbestand wurde die Insolvenz durch die Geschäftsführung angemeldet.

FÜR DEN TOURISMUS | FÜR DIE STADT 

Dennoch und auch ohne die TKS ist der Tourismus für die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) ein zentraler wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilitätsfaktor. Trotz und gerade aufgrund der prekären Haushaltslage verfolgt die Stadt konsequent das Ziel, Lübben als lebens- und liebenswerte Stadt weiterzuentwickeln. Dies geschieht gemeinsam mit starken Partnern durch die Sicherung bestehender Angebote, die Weiterentwicklung der touristischen und kulturellen Infrastruktur sowie den Aufbau zukunftsfähiger Kooperationsstrukturen. Nicht ohne Grund gibt es in diesem Jahr bereits mehr kulturelle Angebote als zuvor.

Wir betonen, dass eine sachliche, differenzierte und rechtssichere Bewertung öffentlicher Aussagen über Strukturen, Finanzierung und Entscheidungen im Tourismus- und Stadtmarketingbereich von besonderer Bedeutung sind.