PAUL-GERHARDT-GEDENKJAHR 2026


Das Paul-Gerhardt-Gedenkjahr 2026 geht in die zweite Jahreshälfte und lädt mit Ausstellungen, Literatur, Theater, Andachten, Vorträgen und Konzerten dazu ein, Leben und Werk des berühmten Lübbener Kirchenliederdichters neu zu entdecken. Höhepunkte sind unter anderem die Theater-Musik-Performance „Nun steh ich“, die Paul-Gerhardt-Woche sowie das Chor- und Orchesterkonzert „In Gottes Herz und Sinn“.

Das Paul-Gerhardt-Gedenkjahr 2026 geht in die zweite Jahreshälfte – und hält weitere besondere Höhepunkte für Lübbener*innen sowie Gäste bereit. Anlässlich des 350. Todestages des weltweit bekannten Kirchenliederdichters und Theologen lädt die Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) gemeinsam mit dem Paul-Gerhardt-Verein Lübben e. V., der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lübben und zahlreichen Partner*innen dazu ein, Paul Gerhardt aus neuen Perspektiven zu entdecken. Unter dem Motto „Geh aus, mein Herz“ verbindet das Festjahr Geschichte, Kultur und Gemeinschaft. Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungen, die Paul Gerhardts Leben, sein Wirken und seine bis heute aktuelle Botschaft auf unterschiedliche Weise lebendig werden lassen – von Kunst und Literatur über wissenschaftliche Vorträge bis hin zu Theater und Musik.

KUNSTAUSSTELLUNG „UNTERWEGS AUF DEM PAUL-GERHARDT-WEG“

Bereits seit dem 13. August ist in der Paul-Gerhardt-Kirche die Ausstellung „Unterwegs auf dem Paul-Gerhardt-Weg“ zu sehen. Im Rahmen der openart Lausitz Biennale setzen sich die Künstler*innen Annett Wagner, Uwe Mücklausch, Stefan Bleyl und Karen Ascher mit dem Paul-Gerhardt-Weg und den Landschaften, Geschichten und Eindrücken entlang der Route auseinander. Skizzen, Zeichnungen, Malerei, Upcycling-Art, Fotografien und Collagen eröffnen dabei einen bewusst künstlerischen Blick auf den Weg des berühmten Kirchenliederdichters. Die Ausstellung verbindet damit das historische Erbe Paul Gerhardts mit zeitgenössischer Kunst und lädt dazu ein, bekannte Orte und Landschaften neu wahrzunehmen.

PAUL GERHARDT IM WERK DER DICHTERIN EVA ZELLER

Am 04. September um 17:00 Uhr steht im Wappensaal des Schlosses Lübben die Dichterin Eva Zeller (1923–2022) im Mittelpunkt. Pfarrerin i. R. Susanne Weichenhan sowie Dieter Gericke (Violine), Andreas Weller (Violoncello) und Johannes Leonardy (Klavier) verbinden Literatur und Musik zu dem musikalisch-literarischen Vortrag „Die Lieder treten über ihre Ufer“ – Paul Gerhardt im Werk der Dichterin Eva Zeller“. Zeller beschäftigte sich in ihrem literarischen Werk mehrfach mit Paul Gerhardt. Bereits 1989 veröffentlichte sie einen Gedichtband, der sich mit dem evangelischen Liederdichter auseinandersetzte. Später entstanden weitere Texte mit Bezügen zu seinem Leben und Werk. So entwickelte sich ein literarisches „Zwiegespräch“ über die Jahrhunderte hinweg. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin erhielt 2007 den Paul-Gerhardt-Preis der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Ihr vielschichtiges Werk umfasst neben Lyrik auch Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Hörspiele und Essays. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

THEATER-MUSIK-PERFORMANCE „NUN STEH ICH“

Ein besonderer Höhepunkt des Gedenkjahres erwartet das Publikum am 11. Oktober um 14:00 und 17:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche. Die Theater-Musik-Performance „Nun steh ich“ bringt das Leben und Wirken Paul Gerhardts mit aktuellen Fragen und persönlichen Perspektiven zusammen. Mehr als 20 Laiendarsteller*innen und Sänger*innen aus Lübben und der Region haben sich unter der Leitung von Jule Torhorst (Regie) und Hardy Schulze (Musik) intensiv mit dem Kirchenliederdichter auseinandergesetzt. Im Zentrum stehen Themen, die auch Paul Gerhardts Leben prägten: Glaube, Krieg, Verlust und Hoffnung. Szenische und performative Elemente treffen auf Paul-Gerhardt-Liedzeilen sowie Texte, die von den Mitwirkenden selbst entwickelt wurden. Für die Inszenierung entstanden eigens neue Kompositionen von Hardy Schulze; weitere Szenenkompositionen steuerte Matthias Alward bei. Die Ausstattung stammt von Neïtah Janzing. Bereits nach der Premiere im Jahr 2025 würdigte die Paul-Gerhardt-Gesellschaft das Projekt als deutschlandweit einzigartig. Die Inszenierung zeigt Paul Gerhardt dabei nicht nur als historischen Kirchenliederdichter, sondern macht seine Texte und die darin enthaltenen Erfahrungen für ein heutiges Publikum erfahrbar. Tickets für beide Aufführungen sind über Eventim erhältlich.

PAUL-GERHARDT-WOCHE: EINE WOCHE LANG INNEHALTEN

Vom 12. bis 18. Oktober lädt die Paul-Gerhardt-Kirche zur traditionellen Paul-Gerhardt-Woche ein. Unter dem Leitwort „und einmal nur am Tage ein Weilchen stille sein“ wird eine Woche lang Raum für Besinnung und Begegnung geschaffen. Von Montag bis Samstag finden jeweils um 12:00 Uhr Mittagsandachten mit Orgelmusik und einem Paul-Gerhardt-Lied statt. Den Abschluss bildet am Sonntag eine Liedpredigt, in der ein Werk Paul Gerhardts aus theologischer und musikalischer Perspektive betrachtet wird.

MARTIN WEISE: EIN WEGGEFÄHRTE PAUL GERHARDTS

Am 17. Oktober um 17:00 Uhr richtet sich der Blick im Wappensaal des Schlosses Lübben auf einen Menschen aus Paul Gerhardts unmittelbarem Umfeld: den Lübbener Mediziner Martin Weise (1605–1693). Prof. Dr. phil. Sabine Schlegelmilch zeichnet die Lebenswege der beiden Zeitgenossen nach und beleuchtet ihre persönliche Verbindung. Weise, Sohn eines Lübbener Ratsherren, studierte Medizin und machte später als Leibmedicus des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm Karriere. Zugleich verband ihn eine enge Freundschaft mit Paul Gerhardt. Er übernahm unter anderem die Patenschaft für eine Tochter des Kirchenliederdichters. Der Vortrag eröffnet damit einen Blick auf Paul Gerhardt abseits der bekannten Lebensstationen und macht zugleich die Verbindungen zwischen Lübben und Berlin im 17. Jahrhundert sichtbar. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

„IN GOTTES HERZ UND SINN“: GEISTLICHE MUSIK AUS MEHREREN JAHRHUNDERTEN

Den musikalischen Abschluss des Veranstaltungsprogramms bildet das Chor- und Orchesterkonzert „In Gottes Herz und Sinn“ am 30. Oktober um 19:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche. Das Junge Märkische Kammerorchester unter der Leitung von MD Fabian Enders musiziert gemeinsam mit einem erfahrenen Kammerchor. Der Sächsische Kammerchor und das Junge Märkische Kammerorchester bringen unter der Leitung MD Fabian Enders Kantaten von J. S. Bach und zeitgenössische Werke zu Gehör und nähern sich auf diese Weise Paul Gerhardt und Martin Luther im Spiegel der Musik.


Mit Ausstellungen, Literatur, wissenschaftlichen Einblicken, Andachten, Theater und Konzerten setzt das Paul-Gerhardt-Gedenkjahr auch in seiner zweiten Jahreshälfte unterschiedliche Akzente. Die Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk des Lübbener Kirchenliederdichters sein kann – und warum seine Texte auch 350 Jahre nach seinem Tod nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Alle Termine und weitere Informationen zum Paul-Gerhardt-Gedenkjahr 2026 sind unter luebben.de/gehausmeinherz abrufbar.