Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) beschließt die strategische Kooperation mit Sana zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung der ambulanten medizinischen Versorgung in Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota).
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota) hat in ihrer Sitzung am 24. September die strategische Kooperation mit der MVZ-Poliklinik Lübben des Klinikums Dahme-Spreewald (Sana) beschlossen. Ziel ist es, die ambulante medizinische Versorgung in Lübben und der umliegenden Region langfristig zu sichern, medizinische Fachkräfte zu halten und das kommunale Medizinische Versorgungszentrum (kMVZ) „Spreewald“ in etablierte Gesundheitsstrukturen zu überführen. Mit dem Beschluss wird die Geschäftsführung der Medizinisches Versorgungszentrum Spreewald GmbH beauftragt, die Verhandlungen mit Sana fortzuführen und zu intensivieren.
Ab dem 01. Oktober 2026 soll die Kooperation aufgenommen werden. Bis zum ersten Quartal 2027 soll der Übergang schrittweise gestaltet werden. Die konkrete rechtliche und organisatorische Ausgestaltung ist Gegenstand der weiteren Verhandlungen. Die Ergebnisse der Verhandlungen sowie eine Beschlussempfehlung sind der Stadtverordnetenversammlung spätestens bis zum 31. März 2027 zur weiteren Entscheidung vorzulegen.
GESUNDHEITSSTRUKTUREN STÄRKEN
Erste Überlegungen zu einem MVZ gab es bereits 2016. 2021 erfolgte eine Marktanalyse der Lübbener Wohnungsbaugesellschaft zur ambulanten medizinischen Versorgung in Lübben. Daraufhin wurde die Gründung und Entwicklung eines kommunalen MVZ mit dem Ziel, die wohnortnahe medizinische Versorgung zu ermöglichen, beschlossen. Seit dem 01. Januar 2025 befindet sich das kommunale MVZ „Spreewald“ im operativen Betrieb.
Die Stadt Lübben (Spreewald) ist alleinige Gesellschafterin des MVZ Spreewald und hat bislang rund 240.000 Euro in das Gründungsprojekt investiert. Darüber hinaus hat die Lübbener Wohnungsbaugesellschaft mbH (LWG) rund 2,6 Millionen Euro für das Gebäude aufgewendet. Diese Investitionen unterstreichen die Bedeutung des Standorts für die medizinische Versorgung in Lübben.
Der Aufbau des kMVZ erfolgt in einem herausfordernden Markt- und Versorgungsumfeld. Trotz einer positiven Entwicklung der Patientenzahlen und des medizinischen Leistungsangebots werden derzeit noch keine kostendeckenden Erträge erzielt. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Stadt Lübben (Spreewald) eine strategische Neuausrichtung. Die Integration in etablierte Gesundheitsstrukturen soll dazu beitragen, die ambulante Versorgung dauerhaft abzusichern und zugleich wirtschaftliche sowie organisatorische Synergien zu nutzen. Größere Trägerstrukturen können dabei unter anderem bei der Personalgewinnung, der Verwaltung, dem Qualitätsmanagement und der medizinischen Weiterentwicklung unterstützen.
PERSPEKTIVE FÜR PATIENT*INNEN
Für die Patient*innen in Lübben und der umliegenden Region bedeutet die geplante Integration insbesondere die Perspektive, bestehende medizinische Beziehungen und Versorgungsangebote langfristig zu erhalten. Patient*innen, die im Zuge des Aufbaus des kommunalen MVZ in die Einrichtung gewechselt sind, sollen durch die Integration in die MVZ-Poliklinik Lübben die Möglichkeit behalten, weiterhin von ihren vertrauten Ärzt*innen behandelt zu werden. Derzeit besteht für Patient*innen kein Handlungsbedarf – der Betrieb läuft weiter.
Die konkrete organisatorische Ausgestaltung der Weiterbehandlung und der Übergang der Patient*innen werden im Rahmen der weiteren Gespräche geklärt. KMVZ und Stadt informieren rechtzeitig über relevante Veränderungen.
PERSPEKTIVE FÜR MEDIZINISCHES PERSONAL
Im Rahmen der Gespräche der vergangenen Monate konnte eine konkrete Perspektive für die Sicherung des medizinischen Personals geschaffen werden. Sana beabsichtigt, Ärzt*innen sowie Medizinische Fachangestellte (MFA) des kommunalen MVZ zu übernehmen. Damit soll die medizinische Fachkompetenz am Standort erhalten und die ambulante Versorgung langfristig abgesichert werden.
ZUKUNFT DES STANDORTES SCHILLERSTRASSE 6A
Eine Übernahme des bestehenden MVZ-Gebäudes in der Schillerstraße 6A ist nach dem aktuellen Gesprächsstand nicht vorgesehen. Die LWG steht deshalb mit Interessenten über die zukünftige Nutzung der Immobilie im Gespräch. Ziel ist es, auch für das Gebäude eine tragfähige Perspektive zu entwickeln und Möglichkeiten einer weiteren medizinischen Nutzung zu prüfen.
BÜRGERMEISTER: MEDIZINISCHE VERSORGUNG HAT OBERSTE PRIORITÄT
Bürgermeister Jens Richter erklärt: „Die Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung hat für die Stadt Lübben eine hohe Bedeutung. Mit dem kommunalen MVZ haben wir Verantwortung übernommen und in den vergangenen Jahren Strukturen für eine wohnortnahe Versorgung aufgebaut. Jetzt geht es darum, diese Versorgung langfristig zu sichern und zugleich eine Struktur zu schaffen, die unter den veränderten Rahmenbedingungen dauerhaft tragfähig ist. Die Gespräche mit Sana bieten hierfür eine konkrete Perspektive. Besonders wichtig ist für uns, dass medizinische Fachkräfte und möglichst auch bestehende Arzt-Patienten-Beziehungen erhalten bleiben. Die Menschen in Lübben und der Region sollen auch künftig auf eine verlässliche ambulante medizinische Versorgung zurückgreifen können.“
FAQ
Informationen für die Bürger*innen der Stadt Lübben (Spreewald)/Lubin (Błota)
1. Was hat die Stadtverordnetenversammlung am 24. September 2026 beschlossen?
Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, die Kooperation mit der MVZ-Poliklinik Lübben des Klinikums Dahme-Spreewald (Sana) fortzuführen und zu intensivieren. Ziel ist es, die ambulante medizinische Versorgung in Lübben und der umliegenden Region langfristig zu sichern und das kommunale MVZ Spreewald in etablierte Gesundheitsstrukturen zu integrieren.
Ab dem 01. Oktober 2026 sollen die notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen für eine mögliche Übernahme beginnen. Die Ergebnisse der Verhandlungen und eine Beschlussempfehlung sollen der Stadtverordnetenversammlung bis spätestens 31. März 2027 vorgelegt werden.
2. Warum wird das kommunale MVZ neu ausgerichtet?
Das kommunale MVZ Spreewald ist seit dem 01. Januar 2025 im Betrieb. Die Patientenzahlen und das medizinische Angebot haben sich positiv entwickelt. Trotzdem erzielt das MVZ derzeit noch keine kostendeckenden Erträge. Das bedeutet: Die Stadt müsste erhebliche finanzielle Mittel bereitstellen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Deshalb soll gemeinsam mit Sana eine langfristige und wirtschaftlich tragfähige Lösung geschaffen werden.
3. Was bedeutet die Kooperation für Patient*innen in Lübben und der Region?
Das wichtigste Ziel ist, die ambulante medizinische Versorgung vor Ort langfristig zu sichern.
Sana beabsichtigt, die Ärzt*innen und Medizinischen Fachangestellten (MFA) des kommunalen MVZ zu übernehmen. Dadurch besteht die Möglichkeit, medizinisches Fachpersonal und bestehende Arzt-Patienten-Beziehungen zu erhalten.
Patient*innen, die im Zuge des Aufbaus des kommunalen MVZ dorthin gewechselt sind, sollen die Perspektive erhalten, weiterhin von ihren vertrauten Ärzt*innen behandelt zu werden. Sie sollen ihren Arzt oder ihre Ärztin des Vertrauens möglichst nicht durch den Wechsel der Trägerschaft verlieren.
Die konkrete Organisation von Sprechstunden, Behandlungen und Zuständigkeiten wird im Rahmen der weiteren Verhandlungen geklärt. Die Stadt setzt sich für einen verlässlichen Übergang für die Patient*innen ein. Derzeit besteht für Patient*innen kein Handlungsbedarf – der Betrieb läuft weiter. Informationen folgen.
4. Welche Vorteile kann die Integration in die Sana-Strukturen bringen?
Durch die Integration in eine etablierte Gesundheitsstruktur sollen die medizinische Versorgung und die vorhandenen Fachkräfte langfristig abgesichert werden.
Für Patient*innen in Lübben und der umliegenden Region kann dies folgende Vorteile bieten:
- Erhalt vertrauter Ärzt*innen: Patient*innen sollen nach Möglichkeit weiterhin von ihren bisherigen Ärzt*innen behandelt werden.
- Sicherung der medizinischen Versorgung: Die Übernahme des Personals schafft eine Perspektive für die Fortführung der ambulanten Versorgung.
- Etablierte Strukturen: Sana kann vorhandene Erfahrungen und organisatorische Strukturen der MVZ-Poliklinik Lübben nutzen.
- Langfristige Entwicklung: Die Integration soll bessere Voraussetzungen schaffen, um medizinische Angebote und Personalstrukturen nachhaltig weiterzuentwickeln.
Die konkreten Vorteile hängen von der Ausgestaltung der Kooperation und den weiteren Vereinbarungen ab.
5. Was passiert mit den Ärzt*innen und Medizinischen Fachangestellten?
Sana beabsichtigt, die Ärzt*innen und Medizinischen Fachangestellten des kommunalen MVZ zu übernehmen. Die medizinische Fachkompetenz am Standort soll dadurch erhalten bleiben.
Die konkreten arbeitsrechtlichen Bedingungen und organisatorischen Abläufe werden im weiteren Verhandlungsprozess geklärt. Die geplante personelle Übernahme ist ein zentraler Bestandteil der Kooperation.
6. Was passiert mit dem Gebäude in der Schillerstraße 6A?
Sana beabsichtigt nach dem aktuellen Gesprächsstand nicht, das bestehende MVZ-Gebäude zu übernehmen. Die LWG steht deshalb mit Interessenten über die zukünftige Nutzung der Immobilie in der Schillerstraße 6A im Gespräch. Ziel ist es, eine tragfähige Perspektive für das Gebäude und die vorhandene Infrastruktur zu entwickeln.
7. Was passiert mit dem kommunalen MVZ Spreewald?
Nach der vorgesehenen Übergabe des Personals ist die Abwicklung der kommunalen MVZ Spreewald GmbH geplant. Ab dem 01. Oktober 2026 werden die notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Schritte vorbereitet. Der Übergang soll bis zum ersten Quartal 2027 schrittweise gestaltet werden. Die konkrete Ausgestaltung der Übernahme und die Bedingungen der Übergabe sind Gegenstand der weiteren Verhandlungen. Die abschließende Entscheidung wird auf Grundlage der Verhandlungsergebnisse und des weiteren Beschlussverfahrens getroffen.
8. Welche finanziellen Auswirkungen hat die Entscheidung für die Stadt Lübben?
Die Integration in die Sana-Strukturen soll die Stadt langfristig von den laufenden kommunalen Betriebsrisiken des MVZ entlasten. Bei einer unveränderten Fortführung des kommunalen MVZ wären voraussichtlich weitere erhebliche Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt erforderlich. Durch die Zusammenarbeit mit Sana besteht die Möglichkeit, vorhandene Gesundheitsstrukturen und Synergien zu nutzen. Die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen hängen von den Ergebnissen der weiteren Verhandlungen ab. Ziel ist es, die ambulante medizinische Versorgung zu sichern und gleichzeitig die dauerhafte Belastung des städtischen Haushalts zu reduzieren.
9. Warum kann die Stadt die medizinische Versorgung nicht dauerhaft selbst finanzieren?
Die Stadt Lübben kann die medizinische Versorgung durch Infrastruktur, geeignete Rahmenbedingungen und Kooperationen unterstützen. Die dauerhafte Finanzierung eines defizitären medizinischen Betriebs ist angesichts der aktuellen Haushaltslage jedoch nicht leistbar. Die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung ist eine gemeinsame Aufgabe verschiedener Akteure des Gesundheitswesens. Dazu gehören insbesondere Bund und Länder sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen. Bürgermeister Jens Richter macht deutlich, dass diese Akteure ihren Sicherstellungsauftrag auch im ländlichen Raum stärker wahrnehmen müssen. Kommunen können die Standortbedingungen verbessern, die strukturelle Sicherstellung der medizinischen Versorgung aber nicht allein aus eigenen Mitteln übernehmen.
10. Warum ist die Entscheidung gerade jetzt wichtig?
Die Anschubfinanzierung des kommunalen MVZ wäre bei unveränderter Fortführung voraussichtlich Ende November 2026 ausgeschöpft. Die Stadt muss deshalb rechtzeitig eine langfristige Perspektive schaffen. Durch die frühzeitige Vorbereitung der Kooperation sollen ein geordneter Übergang ermöglicht, die medizinische Versorgung abgesichert und weitere wirtschaftliche Risiken begrenzt werden. Der Beschluss schafft den Rahmen, um die nächsten Schritte gemeinsam mit Sana vorzubereiten und die Ergebnisse der Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.
11. Was passiert mit den Patientendaten und Patientenunterlagen?
Im Rahmen der weiteren Verhandlungen wird geklärt, wie die Patientendaten und medizinischen Unterlagen rechtlich und organisatorisch behandelt werden. Die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz und zur medizinischen Dokumentation müssen eingehalten werden. Die Patient*innen sollen über relevante Änderungen und notwendige Schritte rechtzeitig informiert werden. Konkrete Informationen zu den Abläufen werden bekannt gegeben, sobald die Zuständigkeiten und Vereinbarungen feststehen.
12. Wird die medizinische Versorgung in Lübben auch in Zukunft erhalten bleiben?
Die langfristige Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung in Lübben und der umliegenden Region ist das zentrale Ziel der Kooperation. Durch die geplante Übernahme des medizinischen Personals und die Integration in bestehende Gesundheitsstrukturen besteht eine Perspektive für die Fortführung der Versorgung. Welche konkreten medizinischen Angebote, Sprechstunden und organisatorischen Abläufe künftig bestehen, wird im weiteren Verhandlungsprozess geklärt.
13. Was passiert als Nächstes und wann gibt es weitere Informationen?
Ab dem 01. Oktober 2026 werden die Kooperation mit Sana und die Vorbereitungen für eine mögliche Übernahme aufgenommen. Die weiteren Schritte umfassen insbesondere die Klärung der rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen sowie die Vorbereitung der personellen Übergabe. Die Ergebnisse der Verhandlungen und eine Beschlussempfehlung sollen der Stadtverordnetenversammlung spätestens bis zum 31. März 2027 vorgelegt werden. Die Stadt Lübben wird über relevante Entwicklungen und weitere Entscheidungen informieren, sobald konkrete Vereinbarungen und belastbare Informationen vorliegen. Informationen zu Änderungen bei Sprechstunden, Zuständigkeiten und der Patientenversorgung sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden.





